Als Kind der bundesdeutschen 1990er-Jahre erinnere mich noch sehr genau an meine Converse-Turnschuhe, gemustert wie die amerikanische Flagge. Ich erinnere mich an Vorhänge und einen Schreibtischstuhl in Stars and Stripes. Bis dahin war ich zwar noch nie in den Vereinigten Staaten gewesen, aber ich hatte das vage Gefühl, dass sie cool sein müssten. Wie viele Kinder damals habe ich ziemlich viel Fernsehen geguckt, unsere Welt bestand aus MTV, Wrestling und Serien: die „Simpsons“, der „Prinz von Bel-Air“, „Buffy“, „Seinfeld“, „Beverly Hills 90210“, „Baywatch“, „Friends“, die „Animaniacs“ – die Liste ist endlos. Ganz zu schweigen von den Filmen, angefangen von „Mrs. Doubtfire“ bis „Sister Act“, „Good Will Hunting“, „Kevin – Allein zu Haus“ und „Der Soldat James Ryan“.In meiner Familie gab es anfangs nur einen kleinen Fernseher mit fünf oder sechs Kanälen (heute unvorstellbar), aber zusammen mit dem Kino in unserem Ort und dem Video-Verleih hat es gereicht, um mit diesem ganzen Stoff einen Zusammenhalt zwischen meinen Freundinnen und Freunden zu formen. Noch dazu lösten diese Filme und Serien ein trügerisches Gefühl von Vertrautheit aus – mit einem Ort, den nur wenige von uns je besucht hatten –, was unser Verhältnis zu den Vereinigten Staaten tief geprägt hat.
Popkultur: Japan und Südkorea haben die USA abgelöst
MTV, „Friends“, „Buffy“, Britney: In den Neunzigerjahren prägten die USA das Weltbild einer ganzen Generation. Heute wächst die kulturelle Macht Japans, Südkoreas und sogar Russlands. Was bedeutet das für Europa?







