PfadnavigationHomePolitikAuslandArtikeltyp:MeinungInside Weißes HausDeshalb revoltieren die Republikaner gegen TrumpVon Dasha BurnsStand: 11:29 UhrLesedauer: 3 MinutenDasha Burns verantwortet bei „Politico“ die Berichterstattung über das Weiße HausQuelle: Politico; Generative Illustration/Infografik WELT;Hinter vorgehaltener Hand fordern Vertraute des Präsidenten schon lange, dass er den Konflikt mit dem Iran schnell beenden müsse. Nun zeigen einige diese Nervosität auch öffentlich – denn für sie steht viel auf dem Spiel.Diese Woche habe ich etwas beobachtet, das im Trump-Kosmos selten vorkommt: öffentliche Kritik. Seit Beginn des Konflikts mit dem Iran höre ich hinter den Kulissen von republikanischen Strategen, Abgeordneten und Trump-Vertrauten immer wieder dieselbe Botschaft: Sie seien bereit gewesen, dem Präsidenten Zeit zu geben. Sie wollten ihm den Raum lassen, seinen Kurs durchzusetzen. Aber fast alle fügten einen entscheidenden Satz hinzu: Er müsse das schnell beenden. Jetzt wird diese Nervosität auch öffentlich sichtbar. Zum ersten Mal hat das Repräsentantenhaus in dieser Woche eine „War-Powers-Resolution“ (deutsch: Kriegsbefugnis-Entscheidung) verabschiedet, die den Krieg mit dem Iran stoppen würde. Praktisch hat das kaum Auswirkungen. Symbolisch ist es dagegen bemerkenswert. Vier Republikaner stimmten gemeinsam mit den Demokraten. In einer Partei, die Trump normalerweise nahezu geschlossen folgt, ist das ein Signal.Lesen Sie auchSeit Wochen erzählen mir Republikaner in vertraulichen Gesprächen, dass sie Angst vor den politischen Folgen haben. Vor allem diejenigen, die mitten im Wahlkampf für die Kongresswahlen stehen. Sie sind besorgt über die Auswirkung auf den Alltag der Amerikaner, vor allem die Angst vor steigenden Öl- und Benzinpreisen. Viele Verbündete des Präsidenten gingen davon aus, dass sich der Konflikt deutlich schneller lösen würde. Stattdessen hören sie immer wieder dieselben Versprechen: Vielleicht nächste Woche, vielleicht am Wochenende, vielleicht steht ein Deal kurz bevor.Je länger das dauert, desto schwieriger wird es, diese Botschaften zu verkaufen. Auch Trumps Aussagen tragen dazu bei. Vor kurzem wurde er von einem Journalisten gefragt, was eine Waffenruhe für ihn eigentlich bedeutet. Antwort: „In diesem Teil der Welt bedeutet eine Waffenruhe, dass man etwas gemäßigter schießt.“Lesen Sie auchInteressant ist auch, wie sehr sich die öffentliche und die private Kommunikation inzwischen unterscheiden. Öffentlich folgen die meisten Republikaner weiter Trumps Linie. Hinter verschlossenen Türen versuchen viele, das Thema Iran zu vermeiden. Sie sprechen lieber über ihre demokratischen Gegner oder innenpolitische Themen. Klar ist: Dieser Krieg gehört politisch Donald Trump.Der Präsident will nach wie vor einen Deal. Er möchte derjenige sein, der die Krise beendet und eine Einigung erzielt. Das ist die Rolle, in der er sich am wohlsten fühlt. Doch selbst einige seiner engsten Verbündeten zweifeln inzwischen daran, ob mit dem aktuellen Regime in Teheran überhaupt noch eine tragfähige Vereinbarung möglich ist. Darin liegt das Dilemma des Weißen Hauses.Trump möchte keinen größeren militärischen Konflikt. Er weiß, dass eine Eskalation innenpolitisch riskant wäre. Gleichzeitig wächst mit jedem neuen Angriff im Nahen Osten der Druck, doch härter zu reagieren. Deshalb ist die entscheidende Frage in Washington derzeit nicht, ob der Präsident einen Deal will. Das tut er. Die Frage ist, was passiert, wenn er keinen bekommt. Und genau darauf hat derzeit niemand eine klare Antwort.Dasha Burns ist Playbook Chief Correspondent und White House Bureau Chief bei der WELT-Partnerpublikation „Politico“.Das Axel Springer Global Reporters Network ist eine markenübergreifende Initiative, die Scoops, investigative Recherchen, Interviews, Meinungsstücke und Analysen globaler Relevanz veröffentlicht. Journalisten aller Axel-Springer-Marken – darunter „Politico“, Business Insider, WELT, „Bild“, Onet und Fakt – kooperieren bei großen Geschichten für ein internationales Publikum. Die Berichterstattung erstreckt sich über alle Plattformen von Axel Springer: online, Print, TV und Audio. Zusammen erreichen diese Veröffentlichungen Hunderte Millionen Menschen weltweit.
Inside Weißes Haus: Deshalb revoltieren die Republikaner gegen Trump - WELT
Hinter vorgehaltener Hand fordern Vertraute des Präsidenten schon lange, dass er den Konflikt mit dem Iran schnell beenden müsse. Nun zeigen einige diese Nervosität auch öffentlich – denn für sie steht viel auf dem Spiel.








