Hoch hinaus beim Sommerwandern – fünf Gratwege mit WeitsichtDiese Routen führen über einige der schönsten Gratwege der Schweiz und bieten auch jenen Wandergenuss, die sich nicht an hochalpine Gipfelkämme wagen.Anita Brechbühl07.06.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenIllustration Jasmin Hegetschweiler / NZZBeim schönsten Aussichtsgrat des AlpsteinsHoher Kasten–Staubern (AI/SG)Schwierigkeit: T2 (weiss-rot-weiss) Kondition: mittelDauer: 2 h Strecke: 5,1 km Höhenmeter: 372 m / 404 mGPX-Track: hoherkastenstaubern.gpxOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Mit der Luftseilbahn gelangt man von Brülisau auf den Hohen Kasten (1795 m) und damit direkt auf einen der aussichtsreichsten Grate der Ostschweiz. Der Weg folgt der südlichen Alpsteinkette in stetigem Auf und Ab und bietet während der gesamten Wanderung spektakuläre Ausblicke: Auf der einen Seite breitet sich das Rheintal bis nach Vorarlberg aus, auf der anderen fallen schroffe Felswände in die tief eingeschnittenen Bergtäler des Alpsteins ab. Unterwegs informieren Tafeln des ersten geologischen Wanderwegs der Schweiz über die Entstehung der markanten Gebirgslandschaft.Ziel der Tour ist die Staubernkanzel, einer der eindrücklichsten Aussichtspunkte der Region. Das Berggasthaus Staubern lädt zur Einkehr ein, bevor es mit der Luftseilbahn bequem nach Frümsen ins Rheintal zurückgeht. Wer die Tour verlängern möchte, wandert über die Saxerlücke weiter zum Berggasthaus Bollenwees am Fählensee.Über die Krete des MolésonMoléson-sur-Gruyères, Plan-Francey–Le Villard–Moléson Bergstation (FR)Schwierigkeit: T2 (weiss-rot-weiss) Kondition: mittelDauer: 3 h Strecke: 8 km Höhenmeter: 720 m / 240 mGPX-Track: molesongratweg.gpxEin in der Deutschschweiz weniger bekannter Gratweg führt auf den Moléson, den markanten nördlichsten Eckpunkt der Freiburger Voralpen. Den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht man mit der Standseilbahn, die von Moléson-sur-Gruyères nach Plan-Francey ins Herz der Freiburger Voralpen führt. Von hier zieht die Route durch sanfte Alpweiden zur Berghütte Gros-Plané, wo während des Alpsommers traditionell Käse hergestellt wird. Mit etwas Glück lässt sich den Sennern bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken.Über Le Villard und das Chalet de Tremetta erreicht der Weg schliesslich den aussichtsreichen Grat des Moléson. Der Anstieg verläuft meist sanft, während sich das Panorama Schritt für Schritt öffnet. Auf dem Gipfel des 2002 Meter hohen Moléson reicht der Blick über das Greyerzerland, die Genferseeregion und die Alpenkette bis zu den Walliser Viertausendern. Wem die 720 Höhenmeter Aufstieg zu fordernd erscheinen, kann die Route auch in umgekehrter Richtung begehen.Über den höchsten Gipfel des Schweizer JuraLe Pont–Col du Marchairuz (VD)Schwierigkeit: T1/T2 (gelb) Kondition: schwerDauer: 6 h 20 min Strecke: 21 km Höhenmeter: 1050 m / 620 mGPX-Track: monttendre.gpxEntlang des Jura-Höhenwegs, der von Regensberg im Kanton Zürich bis in die Waadt führt, finden sich immer wieder aussichtsreiche Grat- und Kammwege. Besonders lohnend ist die 14. Etappe, die von Le Pont am Lac de Joux über den Mont-Tendre zum Col du Marchairuz führt. Mit 1679 Metern ist der Mont-Tendre nicht nur der höchste Gipfel des Schweizer Juras, sondern auch einer der aussichtsreichsten.Schon kurz nach Le Pont entfaltet sich die typische Landschaft des Waadtländer Juras: Weite Weiden, lichte Wälder und kilometerlange Trockensteinmauern prägen den Weg zum Mont-Tendre. Die Mauern durchziehen die Hochebenen wie ein steinernes Leitsystem und verleihen der Route ihren unverwechselbaren Charakter. Rund um den Mont-Tendre verläuft der Weg über sanfte Kämme und aussichtsreiche Höhenzüge, bevor sich auf dem Gipfel ein Panorama vom Montblanc-Massiv über die Walliser Alpen bis zu den Vogesen öffnet.In leichtem Auf und Ab führt die Route schliesslich weiter zum Col du Marchairuz. Aufgrund der Streckenlänge von über 20 Kilometern ist eine gute Grundkondition erforderlich.Panoramaweg aufs HorneggliZweisimmen, Rinderberg–Schönried (BE)Schwierigkeit: T2 (weiss-rot-weiss) Kondition: mittelDauer: 1 h 55 min Strecke: 6,3 km Höhenmeter: 215 m / 441 mGPX-Track: rinderberghorneggli.gpxKaum eine andere Tour verbindet einen aussichtsreichen Gratweg mit vergleichsweise geringem Aufwand wie die Wanderung vom Rinderberg zum Horneggli. Bereits kurz nach der Bergstation öffnet sich auf dem Hindere Spitz ein eindrückliches 360-Grad-Panorama über das Saanenland und die Gipfel der Berner und Freiburger Alpen. Von hier folgt der Weg dem sanft geschwungenen Gandlouenengrat in Richtung Horneggli. Der Grat bleibt stets gut begehbar und bietet freie Ausblicke auf die umliegenden Gipfel, tief ins Turbachtal und über die Hügelzüge des Saanenlands.Familien profitieren vom Alpenzauberweg, der entlang der Route mit acht Erlebnisstationen spielerisch Einblicke in das Leben auf der Alp vermittelt. Unterwegs laden mehrere Bergrestaurants und Alphütten zu einer Rast ein. Über den Hornberg erreicht man schliesslich das Horneggli oberhalb von Schönried. Dank Bergbahnen an Start und Ziel lässt sich die Route bequem als Halbtagesausflug unternehmen – mit einem Panorama, das weit über die dafür nötigen Anstrengungen hinausgeht.Traumhafter Höhenweg im TessinRivera, Alpe Foppa–Monte Lema (TI)Schwierigkeit: T2 (weiss-rot-weiss) Kondition: schwerDauer: 5 h Strecke: 13 km Höhenmeter: 986 m / 963 mGPX-Track: tamarolema.gpxDer Höhenweg vom Monte Tamaro zum Monte Lema ist einer der absoluten Klassiker unter den Schweizer Gratwanderungen. Dank der Seilbahn von Rivera zur Alpe Foppa beginnt die Tour bereits auf 1500 Metern Höhe. Vor dem Aufbruch lohnt sich ein Besuch der von Mario Botta entworfenen Kirche Santa Maria degli Angeli, die spektakulär über den Hängen des Monte Tamaro thront.Nach dem Anstieg auf den Monte Tamaro (1962 m) folgt der Weg dem aussichtsreichen Grenzkamm in Richtung Monte Lema. Stets nahe der italienischen Grenze wechseln sich luftige Gratabschnitte, sanfte Bergwiesen und felsige Passagen ab. Der Blick reicht vom Gotthardmassiv über die Tessiner Seen bis weit in die Lombardei.Am Passo d’Agario erinnert ein ehemaliges Zollhaus an die Grenzlage der Route, bevor kurz vor dem Ziel noch eine letzte Gegensteigung wartet. Der Monte Lema belohnt schliesslich mit einem eindrücklichen Rundblick über das Tessin, den Lago Maggiore und den Luganersee.Alle fünf GPX-Tracks aufs Mal stehen hier zum Download zur Verfügung.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel