Frankfurt/Maintal. Es begann als milliardenschweres Vorzeigeprojekt – und ist inzwischen ein Streitobjekt. Als die US-Firma Edgeconnex im vergangenen Herbst erklärte, dass sie auf einem ehemaligen Industriestandort im hessischen Maintal ein neues, großes Rechenzentrum errichten wolle, war die Resonanz im Ort zunächst wohlwollend.Man könne froh über die verkehrsarme Nachnutzung sein, freute sich damals die parteilose Bürgermeisterin Monika Böttcher und verwies auf die steigenden Gewerbesteuereinnahmen. Doch inzwischen steht der Bau vor ungewissen Zeiten. Der Grund: die wachsenden Proteste der Bürger.Der Investor hat das Projekt vor wenigen Wochen vorerst beiseitegelegt. Wie es weitergeht, ist offen. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist das kein gutes Zeichen. Rechenzentren sind digitale Schlagadern, die Deutschland nach dem Willen von Bundesregierung und Konzernen dringend braucht: für Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Dienste und die digitale Souveränität Europas.Doch der Fall Maintal zeigt wie im Brennglas, warum Bürger gegen einzelne Projekte auf die Barrikaden gehen – und was das über die Probleme des KI-Booms erzählt.