Ist es wichtig, dass künftig jemand aus Deutschland an der Spitze der Europäischen Zentralbank steht? Nach Präsidenten aus den Niederlanden, Frankreich und Italien wäre das ja eigentlich mal an der Zeit.Aber natürlich ist das nicht das Wichtigste in dieser Frage. Entscheidend ist, dass die EZB ihrem Auftrag gerecht wird, für Preisstabilität zu sorgen. Die vergangenen Jahre seit 2022 haben gezeigt, dass niedrige Inflationsraten keine Selbstverständlichkeit sind. Es braucht ein entschlossenes Eintreten für das alleinige Mandat der Notenbank; ein Bewusstsein dafür, dass die Inflation eine Geißel ist und auf Dauer allen schadet.Kann das nur jemand aus Deutschland? Natürlich nicht. Wenn die Staaten Europas über die Nachfolge für EZB-Präsidentin Christine Lagarde entscheiden, sollten sie jemanden auswählen, dem man einen entschiedenen Kampf gegen die Inflation auch in einem schwierigen politischen Umfeld zutraut. Das ist wichtiger als alles Proporzdenken hinsichtlich großer oder kleiner, nördlicher oder südlicher Staaten. Was gefragt ist, ist der Geist einer stabilitätsorientierten Geldpolitik.