Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat die Zinssorgen der Anleger neu entfacht und eine Verkaufswelle an der Wall Street ausgelöst. Der Dow Jones schloss am Freitag 1,4 Prozent tiefer. Der S&P 500 gab 2,6 Prozent nach und beendete damit eine neunwöchige Gewinnserie. Der Nasdaq Composite stürzte um 4,2 Prozent ab.Einer der Gründe für die Rückgänge klingt zunächst eigentlich positiv: Im Mai ⁠wurden nach Angaben des US-Arbeitsministeriums 172 000 neue Stellen und damit mehr als doppelt so viele geschaffen, wie von Analysten erwartet. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent. Die robusten Daten werteten Börsianer als Zeichen für eine starke Wirtschaft, sie machten jedoch zugleich Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) zunichte. An ‌den Finanzmärkten gilt nun sogar eine Zinserhöhung im Dezember als möglich.Nvidia verlieren mehr als sechs ProzentZusätzlich belasteten schwindende Hoffnungen auf eine rasche Lösung im Iran-Krieg die Stimmung, da eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus die Energiepreise und damit die Inflation weiter anheizen könnte.Besonders hart traf es die zuletzt im Zuge des KI-Booms stark gestiegenen Technologie- und Halbleiterwerte. Der Philadelphia-Halbleiterindex brach so stark ein wie seit März 2020 nicht mehr, wodurch mehr als eine Billion Dollar an Börsenwert vernichtet wurde. „Nach der Rekordjagd der letzten neun Wochen bei Aktien, insbesondere bei Technologie- und Halbleiterwerten, sind heute einfach alle Dämme gebrochen“, sagte ‌Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group.Unter den Einzelwerten gaben Nvidia um 6,2 Prozent nach. Die Aktien der Konkurrenten Intel, Micron, AMD und Broadcom rutschten zwischen 7,9 und 13,3 Prozent ab. Auch Kryptowerte gerieten unter Druck: Coinbase und MicroStrategy verloren im Sog eines Kursrückgangs der Cyberdevise Bitcoin von 4,1 ‌Prozent rund sieben Prozent an Wert.Abseits des Technologiesektors sorgten Unternehmenszahlen für deutliche Kursbewegungen. Die Aktien von Lululemon brachen um 8,6 Prozent ein. Der Sportbekleidungshersteller hatte seine Jahresgewinnprognose gesenkt und ⁠für das zweite Quartal Ergebnisse in Aussicht gestellt, die deutlich unter den Erwartungen der Wall ‌Street lagen.