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Märkte: Zinssorgen lösen Verkaufswelle an der Wall Street aus Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht schürt neue Zinssorgen und löst an der Wall Street einen Ausverkauf aus. Techwerte brechen ein, auch der Dax gerät unter Druck.
06.06.2026 - 09:49 Uhr Foto: REUTERSEin überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag die Zinssorgen der Anleger neu entfacht und eine Verkaufswelle an der Wall Street ausgelöst. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,4 Prozent tiefer auf 50.867 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 2,6 Prozent auf 7384 Zähler nach und beendete damit eine neunwöchige Gewinnserie. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stürzte um 4,2 Prozent auf 25.709 Punkte ab.Im Mai wurden nach Angaben des Arbeitsministeriums 172.000 neue Stellen und damit mehr als doppelt so viele wie von Analysten erwartet geschaffen. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent. Die robusten Daten werteten Börsianer als Zeichen für eine starke Wirtschaft, sie machten jedoch zugleich Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) zunichte. An den Finanzmärkten wird nun sogar eine Wahrscheinlichkeit von knapp 43 Prozent für eine Zinserhöhung im Dezember eingepriesen.Zusätzlich belasteten schwindende Hoffnungen auf eine rasche Lösung im Iran-Krieg die Stimmung, da eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus die Energiepreise und damit die Inflation weiter anheizen könnte.Eine Billionen Dollar an Börsenwert vernichtetBesonders hart traf es die in den vergangenen Wochen stark gestiegenen Technologie- und Halbleiterwerte. Der Philadelphia-Halbleiterindex brach so stark ein wie seit März 2020 nicht mehr, wodurch mehr als eine Billion Dollar an Börsenwert vernichtet wurden. „Nach der Rekordjagd der letzten neun Wochen bei Aktien, insbesondere bei Technologie- und Halbleiterwerten, sind heute einfach alle Dämme gebrochen“, sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group. Ohsung Kwon, Aktienstratege bei Wells Fargo, erklärte, die Marktreaktion sei eher durch Gewinnmitnahmen als durch fundamentale Daten getrieben. Der Halbleitersektor sei stark überkauft gewesen, das Ende des Bullenmarktes sei dies jedoch nicht.Unter den Einzelwerten gaben die Papiere des nach Marktwert größten Unternehmens Nvidia um 6,2 Prozent nach. Die Aktien der Konkurrenten Intel, Micron, AMD und Broadcom rutschten zwischen 7,9 und 13,3 Prozent ab. Auch Kryptowerte gerieten unter Druck: Coinbase und MicroStrategy verloren im Sog eines Kursrückgangs der Cyberdevise Bitcoin von 4,1 Prozent rund sieben Prozent an Wert. Unterdessen teilte S&P Global mit, die Aufnahmekriterien für seine wichtigsten Indizes nicht zu ändern. Damit ist ein schneller Einzug des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk in den S&P 500 nach dem geplanten Börsengang faktisch ausgeschlossen.Abseits des Technologiesektors sorgten Unternehmenszahlen für deutliche Kursbewegungen. Die Aktien von Lululemon brachen um 8,6 Prozent ein. Der Sportbekleidungshersteller hatte seine Jahresgewinnprognose gesenkt und für das zweite Quartal Ergebnisse in Aussicht gestellt, die deutlich unter den Erwartungen der Wall Street lagen.Gegen den Trend legten die Papiere von Cooper Companies um 8,6 Prozent zu. Der Hersteller von Kontaktlinsen hatte mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal die Schätzungen der Analysten übertroffen.Dax unter DruckAuch der deutsche Aktienmarkt ist unter Druck geraten. Beobachter verwiesen als Belastung unter anderen auf die unklare Lage im Nahost-Krieg und die etwas nachlassende Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI). Der US-Arbeitsmarktbericht befeuerte Spekulationen, dass die US-Notenbank bereits in diesem Jahr ihre Leitzinsen erhöhen könnte. Dies würde Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver machen.Der Leitindex Dax schloss 0,75 Prozent im Minus auf 24.759,05 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Verlust von 1,38 Prozent. Die 25.000-Punkte-Marke bleibt im Blick, erweist sich aber als Widerstand. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank am Freitag um 1,02 Prozent auf 32.466,60 Zähler. dpa, rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick Anzeige Gutscheine Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen Anzeige Weiterbildung Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick








