Es ist fast schon Tradition: Sobald die Tage länger und wärmer werden, ziehen wieder Rauchschwaden über die Stadtparks. Wenn man Lachen und Flaschenklirren hört, während eine Anwohnerin wütend die Balkontür zuknallt, ist sie wieder da – die Debatte ums Grillen.

Was für die einen ein gemütlicher Abend ist, bedeutet für andere Vermüllung, Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. Anwohner leiden unter Menschenmassen, die zur Saison den Park vernebeln. Für den Volkspark Friedrichshain fordern einige sogar ein vollständiges Grillverbot. Die Wut trifft dabei meist die Griller selbst, doch die Verantwortung liegt bei der Stadt: Berlin verteilt Millionen Menschen auf nur wenige legale Grillflächen – und es wird immer enger. Wo darf und will man überhaupt noch grillen?

Die Grillwiesen platzen

Wer in Berlin den Grill anschmeißen will, hat kaum legale Möglichkeiten. In den meisten Parks ist Grillen schlicht verboten – wer erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. Ausgewiesene Grillflächen gibt es etwa im Volkspark Friedrichshain am Neuen Hain, auf dem Tempelhofer Feld oder im Görlitzer Park – wobei Letzterer aktuell wegfällt: Wegen eines starken Befalls mit dem Eichenprozessionsspinner hat das Bezirksamt die Grillwiese bis auf Weiteres gesperrt.