Manchmal beginnt ein Abend mit Wein, Botschaftsparkett und schönen Worten. Und manchmal bleibt am Ende ein Blick hängen. Der eines Kindes, das nicht darum bittet, gerettet zu werden, sondern gesehen.Genau darum geht es bei „Make Dreams Visible“, einem Charity-Projekt des Fotografen Guido Werner und des Unternehmers Dieter Ortmann, Honorarkonsul der Republik Südafrika für Thüringen und Hessen. Am Mittwochabend wurde die Ausstellung in der Südafrikanischen Botschaft in Berlin gezeigt. Gäste aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen, um Porträts von Kindern aus Philippi zu sehen, einem Township in Kapstadt.Die Fotografien werden von persönlichen Interviews begleitet. Sie erzählen nicht zuerst von Mangel, sondern von Hoffnungen, Talenten und Zukunftsplänen. Also von dem, was im schnellen europäischen Blick auf Armut gern verschwindet: Möglichkeit.
Porträts gegen das Übersehen
Werner fotografiert die Kinder nicht als Symbole, sondern als Gegenüber. Das ist wichtig. Denn Charity-Bilder geraten schnell in die bekannte Falle: zu viel Elend, zu wenig Würde. „Make Dreams Visible“ versucht einen anderen Weg. Die Kinder treten nicht als Kulisse eines guten Gewissens auf, sondern als Erzähler ihrer eigenen Zukunft.Das Projekt unterstützt die Mission iThemba Labantu in Philippi. Das Gemeindezentrum bietet Kindern Zugang zu Bildung, kreativer Förderung und täglicher Versorgung. Nach Angaben der Initiatoren konnten durch Spenden, Förderungen und Bildverkäufe bereits rund 35.000 Euro gesammelt werden. Damit wurden zwei Lehrerstellen finanziert.Das ist eine dieser Zahlen, die angenehm unpathetisch sind. Sie bedeutet: Aus einem Fotoabend wird Unterricht. Aus Anteilnahme wird Gehalt. Aus Kultur wird Alltag.








