Keine Liebe ohne Drama: Ein Daimler-Motor brachte den ersten Peugeot ins Rollen, aber der Vertriebsstart der Löwenmarke im Land von Daimler und Benz war holprig. Mit Cityflitzern und Familienautos traf Peugeot die Deutschen ins Herz, den SUV-Trend verschliefen die Franzosen dann fast. Heute hat Peugeot Grund zum Feiern.SP-X/Köln. Die Löwenmarke und Deutschland, diese Liaison ist fast so alt wie das erste Patent-Automobil, denn schon im Peugeot Typ 2 von 1890 setzte der zweitälteste bis heute existierende Automobilhersteller auf einen Daimler-Motor. Benz und Daimler hatten das Auto erfunden, es waren jedoch französische Unternehmer wie Armand Peugeot, die Motorwagen erstmals in größeren Stückzahlen verkaufen konnten. Zunächst an technikaffine Bürger der Grande Nation, 1907 auch ins elsässische Mühlhausen (heute Mulhouse), aber erst ab 1925/26 über Importeure in Berlin und an der Saar in alle Teile Deutschlands.

Für den 1929 lancierten und technisch visionären Peugeot 201 wurden sogar in Berlin Karosserieteile gefertigt, dennoch legte der Löwe laut den Chroniken von Peugeot Deutschland erst 1936 in größeren Stückzahlen los. Die Deutschen und die Autos mit dem brüllenden Löwenkopf, das ist eine lange Liebe, die einer Achterbahnfahrt ähnelt. Ob die heute in Rüsselsheim residierende Importzentrale der zum Stellantis-Konzern gehörenden Marke das Anniversarium deshalb ohne Festivitäten vergehen lässt?