Schauspielerin Nastassja Kinski hat auf die Debatte um eine Nacktszene in dem Film „Falsche Bewegung“ von Wim Wenders reagiert. „Es war nicht leicht, aber seit Langem fällig“, diesen Moment in ihrem ersten Film anzusprechen, schrieb Kinski in einem Instagram-Post. Ihre Agentur bestätigte die Echtheit des Accounts. Die Schauspielerin war mit 13 Jahren in einer Szene des Films von 1975 mit nacktem Oberkörper zu sehen und hatte darüber kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ gesprochen.Kinski dankte in dem Post allen, die sich gemeldet hätten, sowie Kolleginnen und Kollegen, „das zu verstehen mit mir“. Sie sei „lang, lang ruhig, geduldig“ gewesen und habe gedacht, „es wird einen gerechten Dialog geben mit meinem Regisseur Wim Wenders“. Doch Wenders habe sie nicht ernst genommen, schrieb Kinski: „Er nahm meine Bitte nicht ernst, nicht für voll.“ Die Fünfundsechzigjährige bittet Wenders laut eigenen Angaben seit Jahren, die Szene zu entfernen. Ihr Anwalt Christian Schertz hatte zuvor gesagt, Wenders habe ein persönliches Gespräch mit Kinski zu der Szene „bereits seit Jahren verweigert“.Wenders zieht Film vorerst zurückDer Regisseur hatte in einer Mitteilung angekündigt, der Film werde vorerst aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen. Streaming-, TV- und Vertriebspartner würden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Er bat Kinski auch um Entschuldigung. „Als einziger der damals für ‚Falsche Bewegung‘ handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber“.Im Post nahm Kinski keinen Bezug auf die Entscheidung des Filmemachers, „Falsche Bewegung“ vorerst nicht mehr zu zeigen. Ihr Anwalt Schertz hatte Wenders’ Mitteilung begrüßt, sie aber auch als „längst überfällig“ bezeichnet. Kinski schrieb, sie sei damals 13 Jahre alt gewesen — „gerade deswegen hätte er agieren müssen, mich ernst nehmen, meine Bitte“. Stattdessen sei Wenders „nirgends“ gewesen. Nun habe sie sich an die Öffentlichkeit gewandt.Kinski bezog sich auch auf Wenders’ Auftritt beim Deutschen Filmpreis. „Genau da, vor all den Leuten, sprach er darüber, aber keine Entschuldigung“, schrieb sie. An Wenders gerichtet, formulierte sie: „Es warst nur du, Wim, der es ändern muss, diese Szene, und mir gerecht werden.“ Dass der Film „ironischerweise“ den Titel „Falsche Bewegung“ trage, erwähnte sie ebenfalls.Wenders hatte beim Deutschen Filmpreis gesagt, er würde die Szene „heute nie mehr so machen“. Seinem damaligen, jungen Ich könne er aber keinen Vorwurf machen. Er habe einen Film in seiner Zeit gemacht. Doch es ergebe sich eine Frage, die alle Filmschaffenden angehe: „Wie geht man mit Filmerbe um?“ Er bat die Deutsche Filmakademie um eine Debatte. Der Umgang mit der Szene und Wenders’ Rede führte zu Diskussionen in der Filmbranche und darüber hinaus.
Nastassja Kinski reagiert auf Wenders: „Er nahm meine Bitte nicht ernst“
Nach dem vorläufigen Rückzug von Wim Wenders meldet sich Nastassja Kinski mit einem Instagram-Post zu Wort. Darin beschreibt sie, warum sie nach Jahren des Wartens nun an die Öffentlichkeit gegangen ist.










