Nastassja Kinski will, dass Wim Wenders eine Nacktszene aus dem Film «Falsche Bewegung» entfernt. Nun meldet sich der Regisseur mit einer Entscheidung zu Wort – und entschuldigt sich.03.06.2026, 16.05 Uhr2 LeseminutenWim Wenders zieht den Film «Falsche Bewegung» vorerst zurück.Eventpress Fuhr / Imago(dpa) Nach dem Streit um eine Nacktszene mit Schauspielerin Nastassja Kinski soll der Film «Falsche Bewegung» von Regisseur Wim Wenders vorerst nicht mehr gezeigt werden. Der Film werde aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen, teilte die Wim Wenders Stiftung mit. «Streaming-, TV- und Vertriebspartner werden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugängig zu machen.»Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In der Mitteilung bat Wenders um Entschuldigung. «Als einziger der damals für ‹Falsche Bewegung› handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber».Wenders will einvernehmliche Lösung finden«Die vielen Reaktionen, Hinweise und Gespräche der vergangenen Tage haben wesentlich dazu beigetragen, meinen Blick auf die damaligen Ereignisse weiter zu schärfen. Dafür bin ich dankbar.» Es sei nötig, dass unsere Gesellschaft angemessene Umgangsweisen für strittige Filmwerke des 20. Jahrhunderts finde und sich neuen Lernprozessen und Perspektiven stelle.In dieser wichtigen Debatte würden sie einen breiten Austausch suchen. «Erst danach, auch wenn es länger dauern sollte, und nachdem wir eine einvernehmliche Lösung, auch in Absprache mit Nastassja Kinski, haben vorlegen können, werden wir den Film wieder freigeben.»Hintergrund ist ein Streit um eine Szene im Film «Falsche Bewegung» aus dem Jahr 1975, in der die damals 13-jährige Kinski mit nacktem Oberkörper gezeigt wird. Die Schauspielerin bittet Wenders laut eigenen Angaben seit Jahren, die rund zweiminütige Szene zu entfernen. Der «Süddeutschen Zeitung» sagte sie kürzlich: «Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war».Wenders hatte beim Deutschen Filmpreis Ende Mai gesagt, er würde die Szene «heute nie mehr so machen». Seinem damaligen jungen Ich könne er aber keinen Vorwurf machen. Er habe einen Film in seiner Zeit gemacht. Doch es ergebe sich eine Frage, die alle Filmschaffenden angehe: «Wie geht man mit Filmerbe um?»Dürfe und solle man eine Szene schneiden, wenn sie einer Schauspielerin – «die ich sehr verehrt habe und verehre» – weh tue? «Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?», fragte Wenders bei der Gala in Berlin. Der Regisseur bat die Deutsche Filmakademie um eine Debatte. Kinskis Anwalt Christian Schertz hatte Wenders’ Rede als Versuch kritisiert, sich der persönlichen Verantwortung zu entziehen.Passend zum Artikel