Massenentlassungen sind in Zeiten, in denen Unternehmen ihre Effizienz mit der Unterstützung Künstlicher Intelligenz bis ans Maximum steigern wollen, keine Seltenheit. Kürzlich verkündete etwa Amazon, dass weitere 16.000 Stellen gestrichen werden sollen. Auch SAP macht regelmäßig Schlagzeilen mit Stellenstreichungen. Der Tech-Konzern kündigte sogar an, den Stellenabbau zu einer kontinuierlichen „Optimierungsmaßnahme“ werden zu lassen.Anzeige
Dass dieser Optimierungsdrang nicht zu Ende gedacht ist, zeigt jetzt eine Studie der Universität Passau und der US-amerikanischen Arizona State University. Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von KI Organisationen langfristig Schaden zufügen könnte. Im Interview haben wir mit Prof. Jin Gerlach, dem Autor der Studie, über die Erkenntnisse gesprochen. Außerdem erklärt er, was Organisationen machen können, um dieser Herausforderung zu begegnen.
MIT Technology Review (TR): Immer mehr Organisationen setzen auf KI, um effizienter zu werden. Warum könnte das zum Problem werden? Anzeige
Jin Gerlach: Wir stützen unsere Erklärungen einerseits auf die Erkenntnis, dass menschliches Wissen durch Automatisierung und KI-Systeme verloren gehen kann. Mitarbeitende werden entlassen, gehen in Rente, wechseln zur Konkurrenz oder vergessen ihr Wissen, weil sie Aufgaben nicht mehr selbst ausführen. Das Problem ist, dass andererseits auch das Wissen verloren gehen kann, das in der KI durch maschinelles Lernen abgebildet ist. Das stellt dann im Prinzip eine doppelte Gefahr für den Wissensverlust dar.








