Das Buch beginnt mit dem Einzug einer Familie in eine Wohnung, wie sie zwar typisch für Berlin ist, aber derzeit nur schwer zu bekommen. Es ist ein Altbau mit hohen, stuckgeschmückten Decken, mit Berliner Zimmer im Übergang zum Seitenflügel, mit einem zweiten Eingang, der früher von den Dienstboten genutzt wurde. Yunis räumt mit seinen Eltern die Regale ein, doch es passieren die seltsamsten Dinge. Gekritzel erscheint am Spiegel, Löcher in den Gardinen, Schokoflecken auf dem Sofa. Die Eltern verdächtigen den Jungen, der ihnen zuvor schon deutlich gezeigt hatte, keine Lust auf die Stadt und den Umzug zu haben. Der wehrt sich: „Ihr wolltet doch in ein altes Haus ziehen. Weiß ich doch nicht, wer das alles gemacht hat. Vielleicht gibt’s hier ja Gespenster!“

Anne-Dore Krohn und Wiebke Nieland (r.)

© Sarah Johanna Eick/Stiftung Stadtmuseum Berlin

Ja, gibt es, wenn auch noch nicht gleich die titelgebende „Gespensterzentrale“, im ersten Kinderbuch einer Serie von Anne-Dore Krohn und Wiebke Nieland. Mit seinem Ausruf nämlich hat er – natürlich unbeabsichtigt – die Urheberin der Streiche sichtbar gemacht: Lotte, Jahrgang 1886, war ihrerzeit als Dienstmädchen in eben jenen Räumen angestellt. Im Buch reisen Yunis und Lotte ins Jahr 1897 zurück, als das Mädchen infolge der Aufregung um eine Intrige tödlich verunglückte. Erst wenn der Fall von damals aufgeklärt ist, kann das Mädchen weiter seinen Dienst versehen und ein normales Leben führen.