Die anstehende Diskussion um die Handhabung von Filmen wie „Falsche Bewegung“ ist keine leicht zu bewältigende Aufgabe. Man kann sie aber auch als Chance begreifen.

V ielleicht wurde das Werk bis auf Weiteres zum letzten Mal so gezeigt: „Falsche Bewegung“, die von Wim Wenders 1975 inszenierte freie Adaption von Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, lief am 18. und 24. März im Frankfurter Filmmuseum DFF als Teil einer begleitenden Reihe zur Sonderausstellung „W.I.M. Im Lauf der Zeit“.

Nun hat der Regisseur, dessen Stiftung Ausstellungspartnerin ist, auf die Vorwürfe seiner Darstellerin Nastassja Kinski wegen nicht konsensueller Nacktbilder reagiert – und auf der Stiftungsseite ein Statement veröffentlicht: „Als einziger der damals für falsche Bewegung handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber“, heißt es darin, und weiter: „Die gemeinnützige Wim Wenders Stiftung, der der Film gehört, zieht den Film aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück.

Streaming-, TV- und Vertriebspartner werden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.“ Die vielen Reaktionen, Hinweise und Gespräche hätten wesentlich dazu beigetragen, schreibt Wenders, seinen Blick auf die damaligen Ereignisse „weiter zu schärfen“. Dafür sei er dankbar.