Im Juni wird es im Bundestag noch mal hektisch. Der Regierungsentwurf für den Haushalt 2027 muss noch vor der Sommerpause eingebracht werden; ein Entlastungspaket für Kommunen soll noch vor der Sommerpause kommen; auch ein Finanz- und Steuerpaket muss bis zum Sommer fertig werden; und die Reformentwürfe für Pflege und Rente. Und dann passiert erst mal: nichts.

Denn dann ist sie da, die Sommerpause. Alle Bundestagsabgeordneten befinden sich ab 10. Juli in den Ferien. Bis 7. September. Also zwei Monate. Wie jedes Jahr liegt das deutsche Parlament im Sommer brach. Da kann kommen, was will: Ukraine- oder Iran-Krieg, Wirtschaftskrise oder Flutkatastrophe – an der Sommerpause wird traditionell nicht gerüttelt.

Die Sommerpause im Bundestag ist sakrosankt

Fragt man Abgeordnete oder deren Mitarbeiter, ob man denn angesichts der dringenden Reformen für Wirtschaft und Sozialstaat nicht vielleicht dieses Jahr die Sommerpause mal ausfallen lassen könnte, erntet man zweifelnd-spöttische Blicke, als ob man vorgeschlagen hätte, Weihnachten abzuschaffen oder der deutschen Flagge ein lustiges Karomuster hinzuzufügen.

Die Sommerpause ist sakrosankt, also unantastbar. Sie steht zwar weder in der Geschäftsordnung des Bundestags noch ist sie in irgendeinem Gesetz verankert, aber die deutsche Legislative hat eben ihre Traditionen. Der Ältestenrat des Bundestags organisiert jedes Jahr den Sitzungskalender für das Parlament. Und der für 2026 wurde als Drucksache 21/432 am 26. Juni 2025 angenommen. Gegen die Stimmen der AfD, die aber auch nur eine Woche mehr im Jahr im Parlament verbringen wollte.