Spätis sind aus der Deutschrap-Welt nicht mehr wegzudenken. Wo noch vor einigen Jahrzehnten in der DDR vor allem Schichtarbeiter rund um die Uhr mit Bier und Gebäck versorgt wurden, dienen die farbenfrohen Läden heute auch Rappern als Treffpunkt, Videodrehort oder sogar als Bühne für kleinere Konzerte. Längst sind Spätis damit nicht mehr nur romantisierte Kiez-Oasen, sondern fester Bestandteil der Popkultur. Wenig überraschend also, dass so mancher Berliner HipHop-Künstler den Wunsch hegt, in seiner Stadt ein Stück dieser Popkultur zu besitzen oder gar selbst zu betreiben. Ob sie am Ende tatsächlich hinter dem Tresen stehen, sei mal dahingestellt – doch einige Musiker erfüllen sich diesen Traum, sobald es ihr musikalischer Erfolg einigermaßen zulässt.

Lucky von Teuterekordz: „Ein Träumchen wird wahr“

Mitten auf der Danziger Straße prangt seit neuestem in weißer LED-Schrift an der Fassade des Hauses Nummer 44: „Lucky’s Spätkauf“, dazu ein Kleeblatt. Hinter dem brandneuen Späti steckt niemand Geringeres als das namensgebende Mitglied der HipHop-Crew Teuterekordz aus Prenzlauer Berg. Auf Instagram schreibt Lucky: „Ein Träumchen wird wahr.“ Bereits am Freitag feierte der Rapper eine große Eröffnungsparty, nun verkauft er dort Bier, Mate, Zigaretten, Chips – und alles, was man nachts sonst noch so braucht.