Roman „Michaela Kohlhaas“: Unmerklicher Umstieg auf ein paralleles Leben
Heike Geißler erfindet Kleist neu: Unbeirrbar schreitet in ihrem Roman die Aussätzige „Michaela Kohlhaas“ dem eigenen Ende entgegen.
Die Leipziger Autorin Heike Geißler
Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag
Ein Kostüm hat sie, Requisiten hat sie – sogar ein Schwert. Sie beherrscht: die Pose und die Performance im öffentlichen Raum. Ist noch dazu mobil, mit ihrem Planwagen unterwegs in Leipzig und Umgebung. Selbst eine Marke besitzt sie, eine Duftmarke nämlich. Trotzdem wird Michaela Kohlhaas in Heike Geißlers gleichnamigem neuen Roman weder zur Leitfigur noch zur Ikone. Angefeindet wird sie stattdessen, abgestraft, schließlich entmenschlicht. Weshalb? Weil Michaela Kohlhaas aus sich selbst kein Kapital schlägt. Und weil sie eine Frau ist.






