Als käme eine Welle auf die Fahrgäste zu: Auf den Wandpaneelen tanzen Punkte in Blau und Grau, Lautsprecher-Rauschen soll den Eindruck ergänzen. Im jüngsten Berliner S-Bahnhof soll man sich wie im Meer fühlen. Am 15. Juni geht die Tunnelstation am Hauptbahnhof in Betrieb, und mit ihr der erste Abschnitt der neuen Nord-Süd-S-Bahn, der 800 Millionen Euro gekostet hat. Jetzt lud die Bahn zur Besichtigung ein.
Doch nicht nur die Gestaltung des S-Bahnhofs, der sich unter der Invalidenstraße in Mitte erstreckt, ist etwas Besonderes. Kaum ein Verkehrsprojekt in Berlin kam so langsam in Fahrt und hat so lange gedauert. Die ersten Entscheidungen liegen mehr als drei Jahrzehnte zurück, die ersten Bauvorbereitungen immerhin ein Vierteljahrhundert.
Aber jetzt ist es endlich so weit: Nicht mehr lange, dann wird am unterirdischen Gleis 22 des Hauptbahnhofs erstmals die S15 abfahren. Im Zehn-Minuten-Takt geht es nach Wedding und Gesundbrunnen. Eine Fahrt über Berlins kürzeste S-Bahn-Linie dauert fünf Minuten.
„Blaues Wunder“ unter der Invalidenstraße in Mitte
Die Erleichterung, dass der Betrieb auf der knapp zwei Kilometer langen Neubaustrecke nach vielen Verzögerungen demnächst endlich aufgenommen wird, ist Alexander Kaczmarek, dem Konzernbevollmächtigten der Bahn für Berlin, und Holger Ludewig, Projektleiter des Projekts S21, am Donnerstag anzumerken.











