PfadnavigationHomePolitikAuslandLibanonTerrormiliz Hisbollah lehnt Waffenruhe mit Israel abStand: 15:11 UhrLesedauer: 2 MinutenHisbollah-Chef Naim KassimQuelle: Bilal Hussein/AP/dpaIsrael und der Libanon einigen sich in Washington auf eine Waffenruhe – doch die Hisbollah blockt: Ihr Chef Naim Kassim wettert gegen das Abkommen und nennt die Verhandlungen mit Israel „schamlos“.Die Hisbollah im Libanon lehnt die jüngst getroffenen Bedingungen für eine Waffenruhe mit Israel ab. „Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils“, hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung von Hisbollah-Chef Naim Kassim. Ein Rückzug seiner Kämpfer aus dem Südlibanon, wie in der Vereinbarung gefordert, würde eine Kapitulation bedeuten. Die Verhandlungen mit Israel seien „schamlos“.Für die Miliz seien eine vollständige Waffenruhe und der Abzug Israels aus dem Süden des Libanon entscheidend. „Uns geht es um ein Ende der Aggression, einen Waffenstillstand und den Rückzug Israels“, sagte er. „Wir haben keiner Partei zugesichert, den Widerstand einzustellen, solange die Besatzung andauert“, fügte er hinzu. Solange Israel im Land bleibe, werde der Widerstand fortgesetzt. Zudem warnt Kassem, dass der Norden Israels nicht sicher sei, solange libanesische Dörfer bombardiert und Menschen getötet würden. Eine Verknüpfung der Präsenz der Hisbollah mit einer Waffenruhe oder einem israelischen Abzug lehnt er ab.Lesen Sie auchIsrael und der Libanon hatten sich am Mittwoch bei ihren Gesprächen in Washington auf die „Umsetzung einer Waffenruhe“ geeinigt. Es sollten dabei bestimmte „Pilotzonen“ unter „exklusiver Kontrolle“ der libanesischen Armee geschaffen werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem sollten noch in diesem Monat weitere Gespräche geführt werden.Beide Seiten schränkten in ihrer Erklärung zugleich ein, dass die Umsetzung einer Waffenruhe „von einer vollständigen Einstellung der Angriffe der Hisbollah“ auf Israel abhänge. Iran fordert dauerhaften Waffenstillstand, Israel will Angriffe fortsetzenDer Iran hat gefordert, dass ein dauerhafter Waffenstillstand auch den Libanon einschließt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die israelische Offensive fortsetzen, bis die Hisbollah keine Bedrohung mehr darstellt. Israelische Truppen haben etwa ein Fünftel des Libanon eingenommen, seit die Hisbollah wenige Tage nach Beginn des Krieges in Solidarität mit dem Iran Raketen- und Drohnenangriffe gestartet hat.US-Präsident Donald Trump, der am Mittwoch eine seltene Rüge vom Kongress erhielt, versuchte, die diplomatische Sackgasse und das Scheitern der vereinbarten Waffenstillstände zur Beendigung der Kämpfe herunterzuspielen und sagte Reportern, dass im Nahen Osten „ein Waffenstillstand bedeutet, dass man in gemäßigterer Weise schießt“.dpa/rtr/AP/krott