In Greifswald hat der Abriss der einstigen Schülergaststätte und Diskothek „Fly In“ begonnen. Der Multifunktionsbau im Neubauviertel Schönwalde I war über Jahrzehnte Treffpunkt für Generationen und ein zentraler Ort des Alltagslebens: Mittags gab es dort die Schülerspeisung, abends wurde in der Diskothek getanzt. Doch inzwischen ist das Gelände eingezäunt und das Gebäude entkernt, Bagger sind im Einsatz. An gleicher Stelle soll ein Wohnhaus mit Arztpraxis entstehen.

Im Januar erhielten viele Greifswalder noch einmal die Möglichkeit, sich von ihrer Partylocation zu verabschieden. Obwohl es weder einen Wasser- noch einen Stromanschluss mehr gab, wurde das Gebäude mit einer Sondergenehmigung der Stadt für eine letzte Feier hergerichtet. Die 800 Eintrittskarten waren laut NDR innerhalb von drei Stunden vergriffen – ohne dass für die Veranstaltung geworben worden war.

Die Geschichte des Hauses reicht bis in die DDR-Zeit zurück. 1991 startete das „Fly In“ mit 500 Plätzen als erste Greifswalder Diskothek in der früheren Schülergaststätte in die Marktwirtschaft. Zwei Jahre später eröffnete im selben Gebäude mit dem „Vitalis“ das erste Fitnessstudio der Stadt.

Nach dem „Fly In“ folgten an gleicher Stelle die Diskotheken „Soundgarden“ und „Bexx“. Die Greifswalder Veranstaltungs GmbH, die das „Bexx“ betrieb, ging nach weniger als drei Jahren in die Insolvenz. Eigentümer Volker Fritzsche, der dem Gebäude seit 1986 verbunden war und einst als Buffetleiter der Schülergaststätte begann, kündigte bereits 2015 den Verkauf der Immobilie an.