Rheinmetall kehrt dem schwächelnden Geschäft mit der Automobilindustrie den Rücken und konzentriert sich ganz auf die Rüstung. Die zivile Sparte Power Systems gehe mit rund 6250 Beschäftigten für einen vorläufigen Kaufpreis von 350 Millionen Euro an die Beteiligungsgesellschaft Aequita, teilte der Düsseldorfer Konzern am Mittwoch mit. Der Preis könne sich bis zum Abschluss der Transaktion, der voraussichtlich bis Ende ⁠des Jahres erwartet wird, aber noch ändern.„Dies ist ein firmenhistorisch bedeutender Schritt“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger: „Wir konzentrieren uns auf das margenstarke Geschäft mit den militärischen Kunden, wo wir hervorragende Wachstumschancen haben.“ Rheinmetall verabschiedet sich aber nicht ohne Schrammen aus dem Geschäft, das 2025 einen Umsatz von rund zwei Milliarden ‌Euro erwirtschaftete. Die Trennung ziehe zusätzliche Wertberichtigungen von rund 200 Millionen ‌Euro nach sich, hieß es. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern eingeräumt, er schreibe 350 Millionen Euro auf den Wert der Sparte ab. Rheinmetall hatte die Sparte, die mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen kämpft, bereits seit längerer Zeit zum Verkauf gestellt.Die Beschäftigten sollen ihre Jobs behaltenNach dem russischen Überfall auf die Ukraine wird die westliche Rüstungsindustrie für die Stärkung der Streitkräfte gebraucht – Rheinmetall profitiert davon. Das Abrücken der US-Regierung unter Präsident Donald Trump von der Nato und der geplante Abzug von US-Truppen aus Deutschland kurbeln die Nachfrage aus Europa nach Waffen und ‌Munition weiter an. Rheinmetall hatte erst jüngst weitere militärische Großaufträge eingefahren. Rumänien hatte etwa bei den Düsseldorfern in einem Großauftrag für ein Rüstungspaket unter ‌anderem Panzer, Munition und Marineschiffe im Wert ‌von insgesamt rund 5,7 Milliarden Euro bestellt. „Wir wollen ein globaler Champion werden“, hatte Papperger als Ziel ausgegeben: „Wir werden gebraucht, wenn es darum geht, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu erhöhen und eine wirksame Abschreckung zu schaffen.“Aequita mit Sitz in München investiert nach eigenen Angaben in Unternehmen „in besonderen Entwicklungs- und Umbruchphasen“. Spezialisiert ‌ist die Private-Equity-Gesellschaft unter anderem auf den Automobilbereich. Die Gesellschaft wolle die weltweit rund 6250 Mitarbeitenden der ehemaligen Rheinmetall-Sparte weiter beschäftigen, hieß es. Rheinmetall hatte sich bereits im Februar in Deutschland mit der IG Metall auf eine weitreichende Übergangsregelung für die Beschäftigten verständigt. In einem Überleitungstarifvertrag würden die Arbeitnehmerrechte an den deutschen Standorten auch für die Zeit nach dem Übergang ⁠ihrer Gesellschaften auf den neuen Eigentümer gesichert, hieß es damals. Das Paket sehe unter ‌anderem eine Beschäftigungs- ‌und Standortsicherung für einen Zeitraum von drei Jahren für die vom Verkauf betroffenen deutschen Standorte vor. Die Vereinbarung sei auch für den Käufer bindend.