Die Staatsgläubigkeit ist tief in Politik und Wirtschaft verankert. Da gibt es Ministerpräsidenten wie Sven Schulze (CDU), die einerseits pragmatisch die Bürokratie im Land zurückdrängen und andererseits mit Industriepolitik und Förderprogrammen, Forschung und Unternehmen schützen oder ansiedeln wollen. Stolz berichtet Schulze auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF), wie er mit gut 80 Millionen Euro ein angeschlagenes Chemie-Unternehmen jüngst vor der Insolvenz bewahrt hat, so, als gelte es jeden einzelnen der 450 Jobs mit viel Steuergeld vor der AfD zu retten.
Und da sind Unternehmer, wie Christof Günther, Chef der InfraLeuna GmbH, die auf dem OWF von den chinesischen Fünf-Jahresplänen schwärmen. Und da gibt es wieder andere, die artig die „Innovationspolitik“ der Bundesregierung über sich ergehen lassen. Durch eine „Mitmach-Agenda“ und „Dialog-Formate“ will das Bundesforschungsministerium die Wirtschaft zu mehr Innovation und Hightech ermuntern – zu „Forschung für übermorgen“. Doch das staatlich verordnete Forschen, an das man sich gewöhnt hat, lässt Erfolge von vorgestern vermissen. Echte Innovation und Hightech-Forschung finden woanders statt. Und Politik und Wirtschaft haben sich daran gewöhnt.






