Vor zwei Wochen reiste Wladimir Putin nach Peking, um Xi Jinping zu treffen. Nach dem anfänglichen Schock über die tadellosen Protokolle, die wehenden Fahnen und die rituellen Erklärungen über eine „grenzenlose Partnerschaft“ bleibt ein nüchternes und unverblümtes Bild zurück: das eines zunehmend isolierten und geschwächten Putins.Der Kreml kam in die chinesische Hauptstadt, um finanzielle und strategische Unterstützung zu erbitten; er reiste praktisch mit leeren Händen und einer kaum verhüllten Warnung vor den Kosten einer unbefristeten Verlängerung des Krieges in der Ukraine ab.
Xi ist sich der Asymmetrie bewusst
Zentrales Ziel des Besuchs war die Fertigstellung oder zumindest die Erzielung entscheidender Fortschritte beim Projekt Kraft Sibiriens 2, der Gaspipeline, die durch die Mongolei russisches Gas direkt nach China transportieren sollte. Für ein Russland, das von westlichen Sanktionen gebeutelt war und dessen Kriegsanstrengungen Ressourcen in einem nicht tragbaren Tempo verschlangen, war diese Pipeline nicht einfach nur ein Infrastrukturprojekt.Sie war und ist eine Lebensader. Putin hatte enormes politisches Kapital in die Idee investiert, seine Energieexporte nach Osten zu verlagern. China war – und ist – der einzige Abnehmer mit der tatsächlichen Kapazität, signifikante Mengen abzunehmen.







