PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungUS-Abzug aus EuropaDas ist nicht das Ende der NatoVon Lars Petersen Leiter National Investigation Premium-GruppeStand: 15:26 UhrLesedauer: 2 MinutenSoldaten der US-Armee steigen in Grafenwöhr in einen TransporthubschrauberQuelle: picture alliance/dpa/Armin WeigelSchon Barack Obama hatte die Europäer aufgefordert, mehr für ihre Sicherheit zu tun. Jetzt macht Donald Trump ernst und zieht US-Truppen ab. Daraus müssen die europäischen Nato-Länder eine Lehre ziehen.Natürlich ist schon lange bekannt, dass die Amerikaner die Sicherheit Europas deutlich stärker uns Europäern überlassen wollen. Das hat im Übrigen nicht erst Donald Trump so eingefordert, sondern bereits sein deutlich diplomatischerer Amtsvorgänger Barack Obama. Trotzdem tut das Ausmaß des nun angekündigten Teilrückzugs aus Europa weh: Vor allem zur See und zur Luft ziehen die USA ein Drittel bis die Hälfte ihrer Fähigkeiten ab, bei U-Booten, Tankflugzeugen oder Drohnen sogar alles. Während der militärstrategische Verlust dabei aber noch begrenzt zu sein scheint, ist der politische Flurschaden da. Denn das Vertrauen in die Nato ist damit erschüttert. Jahrzehntelang galt die Maxime: Wer ein Nato-Land angreift, bekommt es mit allen anderen zu tun – auch mit der größten westlichen Militärmacht der Welt, den USA. Die Amerikaner waren so der Garant für die Sicherheit Europas. Doch nun ändert sich das, für alle weltweit sichtbar. Und trotzdem: Das ist nicht das Ende der Nato. Die europäischen Regierungen, lange Zeit taub für die Mahnungen aus den USA, sind nun gezwungen, sich konkrete Gedanken zu machen, wie sie die Lücke füllen. Die Antwort darauf kann nur heißen: „mehr Europa“ statt weniger. Das bedeutet nicht, den Phantastereien von den Vereinigten Staaten von Europa nachzugehen. Klug wäre es aber, neben einem abgestimmten Ausbau der europäischen Rüstungsindustrie endlich die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union zu reformieren. Statt des bisherigen strengen Einstimmigkeitsprinzips sollten auch Mehrheitsentscheidungen zugelassen werden.Lesen Sie auchDenn der Iran-Krieg hat gezeigt, dass es in Europa unterschiedliche sicherheitspolitische Interessen und Ansichten gibt. Während Regierungen wie Deutschland sich militärisch heraushalten („nicht unser Krieg“), um dann Ratschläge von der Seitenlinie zu erteilen, wollen Länder wie Frankreich Verantwortung übernehmen. Will die EU in einer Krise handlungsfähig bleiben, muss sie folglich in ihrer Außen- und Sicherheitspolitik flexibler werden und ganz bewusst Koalitionen der Willigen zulassen. Europas neue Flexibilität könnte so auch ein Konjunkturprogramm für die Nato werden, die sich angesichts zahlreicher hybrider Bedrohungsszenarien ohnehin neu erfinden muss. Sie bleibt der militärische Überbau, unter dem diese Koalitionen dann im globalen Rahmen gemeinsam handeln. Denn was wäre die Alternative? Etwa die Vereinten Nationen? Die sind schon lange handlungsunfähig. Die Nato ist das einzige internationale System kollektiver Sicherheit, das es gibt. Und die Organisation hat trotz aller Schwierigkeiten im Einzelfall jahrzehntelang erfolgreich gezeigt, dass sie Militäroperationen mit verschiedenen Ländern durchführen kann. Die Nato bleibt wichtig, insbesondere für Europa. Der Rückzug der Amerikaner kann also auch eine Chance für die Nato sein.
US-Abzug aus Europa: Das ist nicht das Ende der Nato - WELT
Schon Barack Obama hatte die Europäer aufgefordert, mehr für ihre Sicherheit zu tun. Jetzt macht Donald Trump ernst und zieht US-Truppen ab. Daraus müssen die europäischen Nato-Länder eine Lehre ziehen.
Trump annuncia il ritiro del 33-50% delle capacità militari US dall'Europa; l'UE deve riarmarsi con industria integrata e riforma della politica estera. Per manager IT: accelera investimenti europei in difesa e cybersecurity, ridefinendo la geopolitica tecnologica continentale.








