PfadnavigationHomePolitikAuslandKrise zwischen USA und Europa„Weit mehr als 5000“ – Trump kündigt umfangreichere Reduzierung der US-Soldaten in Deutschland anVeröffentlicht am 03.05.2026Lesedauer: 5 MinutenUS-Präsident Donald Trump kündigt an, noch mehr US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen – und spricht von „weit mehr“ als 5000 Soldaten. Kritik an der bisherigen Ankündigung kommt aus dem Kongress.US-Präsident Trump will mehr amerikanische Truppen aus Deutschland abziehen als bislang bekannt. Die Reduzierung soll binnen sechs bis zwölf Monaten erfolgen und sorgt in der Nato für Sicherheitsbedenken.Die USA wollen nach den Worten von US-Präsident Donald Trump ihre Truppenpräsenz in Deutschland über die bereits angekündigte Zahl hinaus herunterfahren. „Wir werden die Zahl noch deutlich stärker reduzieren, und zwar um weit mehr als 5000“ US-Soldaten, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Am Vortag hatte das US-Verteidigungsministerium nach erneuten Drohungen von Trump den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet und damit die europäischen Nato-Verbündeten auf den Plan gerufen.Der Entscheidung sei eine gründliche Überprüfung der amerikanischen Truppenpräsenz in Europa vorausgegangen, erklärte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Zudem werde damit den Anforderungen in den Einsatzgebieten und den Bedingungen vor Ort Rechnung getragen. Der Abzug dürfte „in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein“, hatte Pentagon-Sprecher Sean Parnell am Freitag erklärt. Die US-Entscheidung zum Abzug aus Deutschland folge „auf eine gründliche Überprüfung der Truppenpräsenz des US-Verteidigungsministeriums in Europa“.Lesen Sie auchAußer Deutschland hatte Trump auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. „Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich“, fügte er mit Blick auf die von ihm erhoffte Unterstützung von Verbündeten im Iran-Krieg hinzu. Mit dem Abzug von Truppen aus der Bundesrepublik hatte Trump erst zu Wochenbeginn gedroht. Hintergrund sind Spannungen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, der Kritik am Krieg der USA und Israels gegen den Iran geäußert hatte.Merz hatte unter anderem gesagt, die USA würden von der iranischen Staatsführung „gedemütigt“. Zudem beklagte er das Fehlen einer klaren Strategie Washingtons in dem Konflikt.Pistorius um Deeskalation bemühtVerteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bemühte sich derweil um Deeskalation. Er hob die weiter bestehenden gemeinsamen Interessen hervor. „Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zugleich machte er deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme. Klar sei, dass die Nato europäischer werden müsse, um transatlantisch bleiben zu können. „Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen“, sagte Pistorius. Deutschland sei dabei auf einem guten Weg.Derweil versuchte die Nato, sich mehr Klarheit zu verschaffen. Nato-Sprecherin Allison Hart hatte am Samstag im Onlinedienst X erklärt, das Militärbündnis arbeite mit den USA zusammen, „um die Details ihrer Entscheidung zum Truppenkontingent in Deutschland besser zu verstehen“. Die „Anpassung“ durch die US-Regierung unterstreiche, dass „Europa weiterhin mehr in die Verteidigung investieren und einen größeren Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame Sicherheit übernehmen muss“.In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei Einsätzen der Amerikaner etwa im Nahen Osten sind sie von großer Bedeutung. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.Laut einem Bericht der „New York Times“ unter Berufung auf Quellen im US-Verteidigungsministerium ist nicht geplant, im rheinland-pfälzischen Landstuhl oder anderen medizinischen Einrichtungen für US-Streitkräfte unmittelbar Personal abzubauen.Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Die Zahl von 5000 Soldaten gilt daher nicht als besonders gravierend. Trump kündigt Überprüfung eines Iran-Plans anDer Iran hat unterdessen nach den Worten von US-Präsident Donald einen neuen Verhandlungsvorschlag übermittelt. Er werde „den Plan, den uns der Iran soeben übermittelt hat, bald prüfen“, erklärte Trump am Samstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er annehmbar wäre angesichts dessen, dass der Iran noch keinen ausreichend hohen Preis für das bezahlt hat, was er der Menschheit und der Welt in den vergangenen 47 Jahren angetan hat.“ Erst am Vortag hatte Trump einen neuen Verhandlungsvorschlag Teherans zurückgewiesen. „Im Moment bin ich nicht zufrieden mit ihrem Angebot“, sagte Trump am Freitag. Er bezeichnete die Führung in Teheran als „uneinig“ über die Strategie zur Beendigung des Konflikts. Wie die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, reichte der Iran eine 14-Punkte-Plan als Antwort auf einen US-Vorschlag ein. Der iranische Vorschlag sei über einen pakistanischen Vermittler übermittelt worden und fordere die „Beendigung des Kriegs an allen Fronten, einschließlich des Libanons“, hieß es weiter. Dort gilt derzeit eine brüchige Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz und Israel. Laut Tasnim werden in dem Vorschlag Garantien gegen militärische Aggressionen und der Abzug von US-Militärstreitkräften aus der Region um den Iran thematisiert. Weiter sollten eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben werden. Zudem gehe es um die Aufhebung von Sanktionen sowie die Einführung eines „neuen Mechanismus für die Straße von Hormus“. Die Meerenge ist für Handelsschiffe derzeit blockiert. Trump will iranische Raketenproduktion beseitigenAuf dem Flughafen in Palm Beach in Florida sagte Trump Reportern, was den Iran betreffe, laufe es für die USA sehr gut. „Sie wollen einen Deal.“ Auf die Frage, ob er die restlichen iranischen Raketenproduktionskapazitäten beseitigen wolle, sagte Trump: „Ja, ich würde sie gerne beseitigen.“ Ansonsten wäre dies für den Iran ein Anfang, sie wieder aufbauen zu können. Trump hatte ebenfalls am Freitag die Kampfhandlungen im Iran in einem Brief an den US-Kongress für beendet erklärt. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte. Derweil genehmigte das US-Außenministerium milliardenschwere Waffenlieferungen an Bahrain, Israel, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Per Notfallbeschluss habe Außenminister Marco Rubio acht Waffenlieferungen im Wert von über 25 Milliarden US-Dollar (rund 21,3 Mrd Euro) bewilligt, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Durch den erklärten Notfall bedarf es anders als üblich keiner Zustimmung des Kongresses.AFP/AP/Reuters/dpa/ceb
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US-Präsident Trump will mehr amerikanische Truppen aus Deutschland abziehen als bislang bekannt. Die Reduzierung soll binnen sechs bis zwölf Monaten erfolgen und sorgt in der Nato für Sicherheitsbedenken.














