Können Menschen sich ändern? Jan Komasas Satirethriller „Good Boy“ interessiert sich vor allem dafür, welche Form von Aufmerksamkeit sie dazu brauchen.
Eine Familie? Kathryn (Andrea Riseborough), Jonathan (Kit Rakusen), Chris (Stephen Graham) und Tommy (Anson Boon) in „Good Boy“
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Ausgerechnet Wilhelm Busch drängt sich als Referenz für den neuen Film von Jan Komasa auf. „Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge“, notierte der deutsche Dichter und Zeichner einst. Im Kern denkt nun auch der polnische Filmemacher über Aufmerksamkeit nach: über das Heil, das in ihr liegen kann, und das Unheil, das bisweilen aus ihr erwächst, wenn sie für das Falsche gewährt wird.
Zunächst aber führt eine andere Spur zu Wilhelm Busch. Denn Jan Komasas satirischer Thriller erinnert bei aller zeitgenössischen Zuspitzung nicht zuletzt an „Max und Moritz“, an die Geschichte über zwei Lausbuben, deren Streiche ein ganzes Dorf in Aufruhr versetzen – und die die unerbittliche Konsequenz ihres Tuns erfahren. Auch „Good Boy“ konzentriert sich auf eine verhängnisvolle Dynamik aus Verfehlungen und grausamen Strafen und bedient sich dabei schulmeisterlicher Motive.






