Dunkelflauten treten in Deutschland deutlich häufiger auf als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Kurzstudie des Energiekonzerns Uniper. Demnach gab es zwischen 2016 und 2025 insgesamt 1435 Phasen, in denen Wind- und Solaranlagen über mindestens zehn Stunden hinweg weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung lieferten – also im Durchschnitt etwa alle 2,5 Tage.Die Zahlen treffen auf eine hochaktuelle Debatte über die Zukunft der deutschen Stromversorgung. Während Befürworter neuer Gaskraftwerke die Ergebnisse als Beleg für einen wachsenden Bedarf an gesicherter Leistung sehen, halten Kritiker die Schlussfolgerungen für überzogen. Sie werfen Uniper vor, die Bedeutung von Speichern und anderen Flexibilitätsoptionen zu unterschätzen. Die Frage dahinter ist grundlegend: Braucht Deutschland neue Kraftwerke – oder werden die Risiken für das Stromsystem überschätzt?
Streit um Reiches Kraftwerksstrategie spitzt sich zu
Die Debatte ist hochpolitisch. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) arbeitet derzeit an der Kraftwerksstrategie der Bundesregierung und will neue steuerbare Kraftwerke bauen, um den Kohleausstieg abzusichern. Laut Bundesnetzagentur (BNetzA) braucht Deutschland bis 2030 neue Kraftwerke mit einer Leistung von 21 Gigawatt. Reiche plant nun in einem ersten Aufschlag mit einer Anschubfinanzierung für den Bau von rund elf Gigawatt neuer Gaskraftwerke. Mehr hatte die EU-Kommission nicht genehmigt.










