Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesMassive russische Luftangriffe auf Kiew – Tote auch in DniproMerz drängt auf EU-Verhandlungen mit UkraineRussische Finanzbeamte warnen Putin vor untragbaren KriegskostenSelenskij: „Operation Spinnennetz“ trifft Russland schwerDrohnen-Vorfälle: Ukrainische Experten sollen Lettland helfenDrohnen-Treffer in St. Petersburg kurz vor internationaler Konferenz Am Rand der russischen Metropole sind nach einem ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht dichte graue Rauchwolken zu sehen. Das berichten Reuters-Reporter.Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat die ukrainischen Angriffe auf den Hafen der Millionenstadt St. Petersburg bestätigt. Die Einschläge bezeichnete er als „gutes Resultat“ der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Getroffen worden sei neben dem Ölterminal auch ein rein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat. In der Stadt beginnt am Mittwoch ein internationales Wirtschaftsforum, das als „russisches Davos“ von ⁠Präsident Wladimir Putin gilt.Auch mehrere Abgeordnete der AfD nehmen teil, wie Tim Frehler berichtet:Sieben Tote bei ukrainischem DrohnenangriffBei einem Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk sind nach ​Angaben der dortigen Behörden sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Die Drohne habe ⁠einen Reisebus getroffen, der zwischen Moskau und Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim unterwegs gewesen sei, teilt der ​von Moskau eingesetzte ​Regionalgouverneur Denis Puschilin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram ‌mit.Zudem sind bei einem ukrainischen Drohnenangriff nach russischen Angaben Ziele in der Stadt Mitschurinsk getroffen worden. Unter anderem seien Nebengebäude eines Industriebetriebes, ein Wohnhaus und ​eine Bibliothek beschädigt worden, teilt der Gouverneur der zentralrussischen Oblast Tambow, Jewgeni Perwyschow, mit. Verletzte gebe es nicht. Russland verhängt Einreiseverbote gegen britische Journalisten Russland hat ein Einreiseverbot gegen fünf britische Staatsbürger verhängt, darunter zwei bekannte Journalisten. Das Außenministerium in Moskau nennt als Grund die „provokante antirussische Rhetorik ‌britischer Regierungsvertreter, die Verbreitung von Unterstellungen gegen Russland und ​konkrete Schritte ​Londons zur Belieferung des ​Kiewer Regimes mit Waffen“. Betroffen sind demnach die auf Russland spezialisierte Investigativjournalistin der Washington Post, Catherine Belton, sowie der Korrespondent für Sicherheitsthemen der britischen Zeitung The i, Richard Holmes. Holmes ist für seine Recherchen ausgezeichnet worden und war Finalist für den Pulitzer-Preis. Auf der Sanktionsliste stehen zudem Vertreter aus einer Denkfabrik sowie aus Unternehmen. Massive russische Luftangriffe auf Kiew – Tote auch in DniproRussland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Landesteile erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge landesweit insgesamt mindestens 22 Tote und mehr als 100 Verletzte. Im Zentrum von Kiew waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. In der Dreimillionenstadt wurden mindestens sechs Menschen getötet und 66 weitere verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schrieb. 40 von ihnen würden stationär behandelt, darunter zwei Kinder.Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand. Im Bezirk Podilskyj stürzte ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einem Angriff ein, wie Klitschko schrieb. Es werde befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet sind. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt.Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Morgengrauen zeugten schwarze Rauchwolken über dem Zentrum von Bränden. In der Stadt Dnipro wurden bei dem nächtlichen Angriff Behördenangaben zufolge 16 Menschen getötet, darunter drei Kinder. 37 Menschen wurden dort verletzt. Weitere Opfer werden unter den eingestürzten Häuserblöcken vermutet. In der östlichen Stadt Charkiw wurden dem Bürgermeister zufolge mindestens zehn Menschen verletzt. Russland griff auch Ziele in der Stadt Saporischschja an.Insgesamt setzte Russland nach Angaben der Ukraine 73 Raketen und 656 Drohnen ein. Landesweit seien 38 Objekte getroffen worden. Auch acht Zirkon-Hyperschallraketen seien eingesetzt worden. Dies sei die vermutlich größte Anzahl dieser Raketen, die seit 2022 bei einem einzelnen Angriff auf die Ukraine abgefeuert worden sei, erklärte ‌ein Luftwaffensprecher.Russland hatte Kiew erst vor knapp zehn Tagen massiv mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij warnte seit Ende vergangener Woche mehrmals vor einem weiteren massiven russischen Luftangriff. „Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft am Samstag. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarm nicht zu ignorieren.Magyar: kurz vor Einigung mit der Ukraine wegen ungarischer MinderheitenDer ungarische Ministerpräsident Peter Magyar sieht sein Land vor einer Einigung mit der Ukraine über die Rechte der ungarischen Minderheit im östlichen Nachbarland. Der Verlauf der diesbezüglichen bilateralen Gespräche würde ihn „sehr zuversichtlich“ stimmen, sagte Magyar auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin.Magyar, der seit 9. Mai Regierungschef Ungarns ist, hatte die Regelung der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn in der Ukraine zur Bedingung dafür gemacht, dass sein Land dem Beginn von EU-Beitrittsgesprächen mit der Ukraine zustimmt. Er hoffe die technischen Gespräche schon in dieser Woche abschließen zu können, so Magyar. Sollte dies geschehen, sei er bereit, den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij in der nächsten Woche zu treffen, fügte er hinzu.In der westukrainischen Region Transkarpatien leben nach ungarischer Darstellung bis zu 100 000 ethnische Ungarn. Unter Magyars Vorgänger, dem Rechtspopulisten Viktor Orbán, waren die Beziehungen zu dem von Russland angegriffenen Nachbarland auf einen Tiefpunkt gesunken. Orbán stellte sich mehr oder weniger offen auf die Seite von Kremlchef Wladimir Putin. Im Wahlkampf für die April-Wahl, die er gegen den Bürgerlichen Magyar verlor, ließ er Selenskij auf Plakaten als angeblichen Kriegstreiber und Finanzier Magyars diffamieren. Merz drängt auf EU-Verhandlungen mit UkraineKanzler Friedrich Merz hat beim Empfang des ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar in Berlin gefordert, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine beginnen sollen. „Wir verstehen, dass Budapest zunächst bilaterale Fragen klären will, wie etwa die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine“, sagt Merz. „Das darf aber nicht zu Lasten der europäischen Unterstützung gehen und uns nicht ​von dem Ziel abbringen, die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine jetzt auch mit dem ersten Kapitel förmlich zu eröffnen“, fügt er hinzu.Russische Finanzbeamte warnen Putin vor untragbaren KriegskostenHochrangige Beamte haben Kremlchef Wladimir Putin offenbar gewarnt, dass Russlands derzeit geplante Ausgaben für den Krieg in der Ukraine untragbar hoch seien und das Haushaltsdefizit gefährlich vergrößern könnten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich dabei auf Quellen und Dokumente, die sie einsehen konnte.Beamte des Finanzministeriums und der Zentralbank seien zunehmend besorgt über den Zustand der Wirtschaft und des Staatshaushalts und hätten neue Kürzungen bei den Verteidigungsausgaben vorgeschlagen, sagten die Informanten der Meldung zufolge. Aufgrund einer Spaltung unter den politischen Entscheidungsträgern bestünden aber hochrangige Beamte im Verteidigungsministerium und einige im Kreml darauf, die Militärausgaben zu schützen, schreibt Bloomberg. Quellen zufolge fordere das Verteidigungsministerium gar zusätzliche Mittel.Putin habe Beamte des Finanzministeriums gebeten, zunächst Einsparmöglichkeiten in anderen Haushaltsbereichen zu finden, bevor man sich der Verteidigung zuwende, zitiert die Nachrichtenagentur einige der Informanten.Russland: Luftangriff war Reaktion auf ukrainische Angriffe Russland hat nach eigenen Angaben bei seinem schweren nächtlichen Luftangriff auf die Ukraine Ziele der Rüstungsindustrie unter Beschuss ​genommen. Dies sei eine Reaktion auf „Terroranschläge“ gewesen, teilt das Verteidigungsministerium unter Verweis auf ukrainische Angriffe mit. Alle anvisierten ⁠Ziele seien getroffen und die Aufgaben des Angriffs erfüllt worden.Der Krieg in der Ukraine ist nach Darstellung des Kremls wegen ukrainischer Angriffe auf Zivilisten in eine neue Phase eingetreten. Der Konflikt habe „ein neues Paradigma“ erreicht, sagt Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Moskau stellt die Angriffe als Vergeltung für einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim im ⁠russisch kontrollierten Luhansk im vergangenen Monat dar, bei dem 21 Menschen starben. Die Ukraine weist den Vorwurf zurück, das Wohnheim gezielt angegriffen zu haben, und erklärt, das Ziel sei eine Drohnen-Kommandozentrale gewesen. Russland: Ukrainische Drohnen setzen Raffinerie in Brand Bei der Abwehr der russischen Invasion haben ukrainische Drohnen in der Nacht die Raffinerie Ilski im Süden Russlands beschädigt. In der Raffinerie, rund 50 Kilometer von der Millionenstadt Krasnodar entfernt, sei ein Feuer nach dem Drohnenangriff ausgebrochen, teilte der Krisenstab der Region auf Telegram mit. Verletzte gebe es nicht, hieß es. Der ukrainische ​Generalstab bestätigte den Angriff und erklärte, die Anlage produziere Treibstoff für die russische Armee.In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod sei hingegen ein elfjähriger Junge verletzt worden, nachdem eine ukrainische Drohne ein Wohnhaus getroffen habe. Nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht insgesamt 148 ukrainische Drohnen ‌über russischem Gebiet abgeschossen. Auch über der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim seien Drohnenangriffe abgewehrt worden.Die Schäden sind empfindlich für Russland. Allerdings stehen deren Ausmaß und die Zahl der Opfer in keinem Verhältnis zu den von Russland in der Ukraine angerichteten Zerstörungen, beispielsweise in den ukrainischen Millionenstädten Kiew und Dnipro. Selenskij: „Operation Spinnennetz“ trifft Russland schwerDie Ukraine hat Russland mit der vor einem Jahr begonnenen „Operation Pawutina (Spinnennetz)“ nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenskij schwer in Bedrängnis gebracht. „Diese Operation hat vieles verändert“, sagte Selenskij in seiner abendlichen Videoansprache. Zu dieser Operation gehörten neben dem Einsatz neuer, weitreichender Drohnen gegen die russische Erdöl- und Militärindustrie auch gezielte und koordinierte Kommandoeinsätze hinter den feindlichen Linien. Weitere Details wollte Selenskij nicht verraten.Vor allem werde das russische Militär durch sogenannte asymmetrische Kriegsführung getroffen. „Unsere Soldaten sind nun in der Lage, die russische Militärlogistik praktisch bis in die gesamte Tiefe des vorübergehend besetzten Gebiets zu treffen“, sagte Selenskij. „Für den Besatzer gibt es im Süden und Osten unseres Landes praktisch keine sicheren Straßen mehr.“ Das Ergebnis seien Versorgungsengpässe in den besetzten Gebieten im Osten der Ukraine sowie auf der Halbinsel Krim.Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten Drohnen entwickelt, die mehrere Tausend Kilometer tief auf russisches Staatsgebiet vordringen können. Vorrangige Ziele sind dabei Raffinerien sowie Fabriken, in denen Waffen und Munition entwickelt werden.Mit den Drohnenangriffen auf die russische Ölindustrie wehrt sich Kiew gegen die von Kremlchef Wladimir Putin vor mehr als vier Jahren befohlene Invasion. Allein im Mai wurden 16 russische Raffinerien beschädigt, davon acht der zehn größten. Die Verarbeitung von Rohöl in Russland ist damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim können Autofahrer seit dem Wochenende nur noch gegen die Vorlage von Bezugsscheinen oder geringe Mengen tanken.Drohnen-Vorfälle: Ukrainische Experten sollen Lettland helfenIn Lettland sollen in Kürze ukrainische Spezialisten eintreffen, um das baltische EU- und Nato-Land bei der Abwehr von Drohnen zu beraten. Die Experten sollen nach Angaben von Regierungschef Andris Kulbergs in den kommenden Wochen nach Riga kommen, um ihre Erfahrungen zu teilen. Dazu solle ein langfristiges Abkommen zum Aufbau eines mehrschichtigen Flugabwehrsystems gegen unterschiedliche Bedrohungen abgeschlossen werden. In dem an Russland und Belarus grenzenden Lettland war es zuletzt wiederholt zu Vorfällen mit einfliegenden Drohnen gekommen.„Wir müssen besser darauf vorbereitet sein, Drohnen abzuschießen, die in den lettischen Luftraum eindringen, und niemand weiß besser als die Ukrainer, wie man sie abschießt und wie man sie erkennt“, sagte Kulbergs in Riga nach einem Treffen mit der ukrainischen Regierungschefin Julia Swyrydenko, die ihrerseits Hilfe zusagte. Zuvor kündigte bereits der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij die Entsendung von Experten nach Lettland an. Die Ukraine gilt als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf.Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in Lettland gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren mehrfach fehlgeleitete unbemannte Flugkörper in den Luftraum des Baltenstaats eingedrungen und abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte. Größere Schäden oder Verletzte gab es dabei nicht. Die Vorfälle lösten aber eine politische Krise in Lettland aus und führten zu einem Regierungswechsel. Das neue Kabinett unter Kulbergs ist seit wenigen Tagen im Amt – Swyrydenko war der erste Staatsgast aus dem Ausland.Ukrainischer Stabschef: Kriegsende vor dem Winter ist realistischDer Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij, Kyrylo Budanow, hält nach eigenen Angaben ein Abkommen zur Beendigung des Krieges noch vor dem Winter für machbar. Es sei die Anweisung des Präsidenten, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, wenn irgendwie möglich ​noch vor dem Winter, sagte Budanow. „Meiner Meinung nach ist dies absolut richtig, rechtzeitig und realistisch.“ Er erwarte in Kürze den Besuch einer US-Delegation in Moskau und Kiew. Selenskij zufolge ist die Lage an den Fronten der Ukraine stabil. Einen entsprechenden Rapport habe er von Oberkommandeur Oleksandr Syrskyj bei einer Stabssitzung entgegengenommen, schrieb Selenskij auf Facebook. „Die ukrainischen Positionen sind stark, und das ist ein Ergebnis, das unser Staat dringend benötigt“, betonte er. Dies werde auf jeden Fall die diplomatischen Bemühungen Kiews um eine friedliche Lösung unterstützen.Auch der ukrainische Militärblog Deep State, der die Lage an den Fronten akribisch dokumentiert, sah eine weitgehend gefestigte Linie. Den russischen Truppen sei es im Mai lediglich gelungen, 14 Quadratkilometer ukrainisches Territorium zu besetzen – die niedrigste Zahl in den vergangenen drei Jahren. „Der Krieg tritt in eine neue Phase ein, und für den ukrainischen Staat ist es wichtig, die Initiative nicht aus der Hand zu geben“, schrieben die Analysten auf Telegram.Die russische Armee ist seit Herbst 2023 ununterbrochen vorgerückt, wenn auch langsam und unter schweren Verlusten. Zuletzt gelang es den ukrainischen Verteidigern aber, die Lage zu stabilisieren. Zudem versetzt die Ukraine der russischen Erdöl- und Militärindustrie mit neuen, weitreichenden Drohnen empfindliche Schläge.Französische Marine kontrolliert sanktionierten Öltanker im AtlantikDie französische Marine ist im Atlantik ​an ​Bord des mit internationalen ‌Sanktionen belegten Öltankers Tagor gegangen. ‌Das aus Russland kommende Schiff sei ​auf offener ​See mit Unterstützung mehrerer ​Partner, darunter Großbritannien, kontrolliert worden, teilte der französische Präsident ‌Emmanuel Macron auf der Plattform X mit.Der ‌Einsatz sei unter strikter Einhaltung ​des Seerechts am Sonntag erfolgt. ​Es sei inakzeptabel, dass Schiffe ‌internationale Sanktionen umgingen und den Krieg finanzierten, den Russland gegen die Ukraine ‌führe, ‌erklärt Macron. Die EU hat im Zuge des Moskauer Angriffskrieges gegen die Ukraine auch Schiffe der russischen Schattenflotte mit Sanktionen belegt. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der wichtig ist für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der Kreml bezeichnet ​die Festsetzung des Öltankers als illegal. Das ⁠Vorgehen Frankreichs grenze an Piraterie, erklärt das Präsidialamt in Moskau. Russland werde als Reaktion auf den ​Vorfall Maßnahmen ​ergreifen, um die Sicherheit von Seefracht ‌zu gewährleisten, sagt Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow ‌vor Journalisten. Der für Schifffahrt zuständige Kreml-Beauftragte Nikolai Patruschew sagte bereits im Februar, Russland müsse weiter sein Öl, sein Getreide, seinen Dünger verschiffen können, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. „Wenn wir ihnen keinen entschiedenen Widerstand leisten, werden die Engländer, Franzosen und sogar die Balten bald so dreist sein, dass sie versuchen werden, unserem Land den Zugang zu den Meeren, zumindest im Atlantikbecken, vollständig zu versperren“, sagte Patruschew und warnte vor den Seeblockaden.Patruschew gilt als Hardliner, der laut einem Tagesschau-Bericht von der Idee besessen sein soll, der Westen wolle Russland spalten. Bis kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine vor vier Jahren hatte er demnach geleugnet, dass Russland einen Krieg beginnen wolle.Russland stoppt Export von FlugtreibstoffRussland ​hat angesichts der ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und andere Energieinfrastruktur die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis zum 30. November verboten. ​Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu ⁠gewährleisten, teilte die Regierung in Moskau mit. Russland exportiert Flugtreibstoff hauptsächlich per ​Bahn ​nach Zentralasien, insbesondere nach Kasachstan, Kirgisistan, ‌Tadschikistan und Usbekistan. Die Ukraine ‌hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Öl- und Gasanlagen tief ​in Russland ​verstärkt, um wichtige Einnahmequellen für den ​Angriffskrieg der Führung in Moskau zu schwächen.Die russische Regierung hat bereits die Ausfuhr von ‌Benzin eingeschränkt. Zudem werden Einschränkungen für Diesel geprüft, wie die Nachrichtenagentur ‌Interfax in der ‌vergangenen Woche meldete. Einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sank die russische Dieselproduktion im ​Mai um rund zehn Prozent. Bereits ‌im April sei die Produktion um denselben Wert geschrumpft, da die russischen Raffinerien ihre Produktion wegen der ukrainischen Angriffe drosseln oder sogar einstellen mussten.Auch auf die Stimmung der Menschen in Russland wirkt sich der Krieg immer mehr aus. Die SZ hat sich umgehört: Ukraine: Viele Verletzte nach russischen AngriffenNach Angaben aus der Ukraine sind bei russischen Angriffen erneut rund ein Dutzend Menschen verletzt worden. In der grenznahen Stadt Charkiw im Nordosten des Landes habe es auch Einschläge in zwei Wohnblocks gegeben, teilte der zuständige Gouverneur mit. Dabei seien in Charkiw zwei Personen verletzt worden, eine weitere Frau habe es in der Kleinstadt Bohoduchiw getroffen, schrieb er auf Telegram.Drei Verletzte gab es laut ukrainischen Mitteilungen in der Nacht auch in Cherson im Süden. Das russische Militär beschoss die Stadt mit Artillerie. Nach Angaben der Stadtverwaltung schlug ein Geschoss gegen 1.30 Uhr Ortszeit in einem Wohnhaus ein. Vier weitere Personen wurden nach Behördenangaben in den Landkreisen der Region verletzt, allerdings blieb bei diesen Angaben offen, ob die Opfer in der Nacht oder im Verlaufe des Vortags getroffen wurden.Vier weitere Verletzte gab es in der Region Dnipropetrowsk. Eine 54-Jährige schwebe in Lebensgefahr, teilte der zuständige Gouverneur mit. Zum Zeitpunkt der Angriffe machte er keine Angaben.Mehr ladenTickarooLive Blog Software