PfadnavigationHomePolitikDeutschlandStatistisches BundesamtSo viele Einbürgerungen in Deutschland wie noch nie – Drei Länder in neuen Zahlen stechen hervorStand: 08:58 UhrLesedauer: 3 MinutenBegehrt: deutscher ReisepassQuelle: Fernando Gutierrez-Juarez/dpaEs ist der fünfte Anstieg in Folge: Allein 2025 haben mehr als 300.000 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Fast alle Fälle verteilen sich auf zwei Einbürgerungsarten.Die Zahl der Einbürgerungen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte, erwarben 2025 rund 332.500 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. Am häufigsten ließen sich erneut Menschen aus Syrien einbürgern, danach folgten – jedoch mit deutlichem Abstand – Einbürgerungen von Menschen mit türkischer und russischer Staatsangehörigkeit.Seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000 wurden nie mehr als 300.000 Menschen pro Jahr eingebürgert. Am häufigsten waren den Angaben zufolge sogenannte Regelfalleinbürgerungen, die eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren in Deutschland voraussetzen, sowie Miteinbürgerungen von Ehepartnern sowie von Kindern. Insgesamt verteilten sich 91 Prozent aller Fälle auf diese beiden Einbürgerungsarten.Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugenErst gestern löste die Nachricht über den überwältigenden Gebrauch der doppelten Staatsbürgerschaft Wirbel im politischen Berlin aus. Von der neuen Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft hat der überwiegende Teil der Menschen Gebrauch gemacht, die im vergangenen Jahr Deutsche wurden. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Mediendienstes Integration.Lesen Sie auchNach einer Umfrage des Mediendienstes Integration lag die Quote der Mehrstaatigkeit in den Städten, die hierzu Daten gesammelt haben, zwischen 85 Prozent und 98 Prozent. Die wenigen Neubürger, die keinen Doppelpass wählten, taten dies den Angaben zufolge in den meisten Fällen, weil sie entweder vor der Einbürgerung staatenlos waren oder weil ihr Herkunftsland die Mehrstaatigkeit grundsätzlich nicht oder nur in Ausnahmefällen gestattet. Das gilt etwa für Indien, Äthiopien und Eritrea. Die Koalition von SPD, Grünen und FDP hatte eine Reform des Staatsangehörigkeitsrecht beschlossen, die Ende Juni 2024 in Kraft trat. Seither darf, wer Deutscher wird, generell die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Vorher war das nur für EU-Bürger möglich, sowie in bestimmten Ausnahmefällen und wenn der Herkunftsstaat die Entlassung aus der alten Staatsangehörigkeit verweigert. Seit der Reform reichen für die Einbürgerung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich nach der Reform bereits nach drei Jahren einbürgern lassen – diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder gekippt.CDU-Innenexperte Günther Krings forderte eine Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes. „Dass neue Einbürgerungen in so hoher Zahl zur doppelten Staatsbürgerschaft führen, ist keine gute Entwicklung“, sagte Krings der Nachrichtenagentur AFP. „Hier müssen wir gesetzgeberisch reagieren.“ Er sehe „dringenden Handlungsbedarf“.Krings schlug vor, die rechtlichen Möglichkeiten zu erweitern, „dass Doppelstaatler die deutsche Staatsangehörigkeit in besonderen Fällen auch wieder leichter verlieren können“. Der CDU-Politiker fügte hinzu: „Gerade bei schweren Straftätern und Extremisten, die nach der Einbürgerung Verbrechen begehen, gibt es ein hohes öffentliches Interesse am Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft.“Zwar sei der Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft bei Doppelstaatlern jetzt schon möglich, sagte Krings AFP. „Die bisherigen Tatbestände zum Verlust des deutschen Passes reichen aber absolut nicht aus“, kritisierte er. „Wieso sollte jemand seinen deutschen Pass verlieren können, wenn er im Ausland Terrorhandlungen begeht – aber nicht im Inland?“ Mehr von WELT in Google sehenGoogle zeigt zu vielen Themen passende Nachrichten an. Nutzer können nun festlegen, welche Quellen ihnen bevorzugt angezeigt werden:WELT als bevorzugtes Medium festlegenrct/AFP