Ein schwerwiegender Polizeifehler hat in Großbritannien eine weitreichende Rassismus-Debatte ausgelöst.Was ist passiert? Hintergrund ist ein Fall aus dem Dezember 2025. Ein 23 Jahre alter Mann aus der Sikh-Gemeinschaft ermordete bei einem Messerangriff in Southampton einen weißen 18 Jahre alten Studenten.

Als die Polizei damals am Tatort eintraf, gab sich der eigentliche Täter jedoch als Opfer aus. Er behauptete, der 18-Jährige habe ihn rassistisch beleidigt. Das Video einer Bodycam zeigt, wie der 18-Jährige zu dem Zeitpunkt auf dem Boden liegt. Mehrmals sagt er, dass er niedergestochen worden sei. Und: »I can't breathe«, auf Deutsch: »Ich kann nicht atmen«. Die Polizisten glauben dem Teenager jedoch nicht und legen ihm, dem wahren Opfer, Handschellen an. Offenbar sahen sie auch die Stichverletzung an der Brust nicht. Der 18-Jährige starb noch am Tatort, laut Polizeiangaben an inneren Blutungen.

Der 23-Jährige Mann wurde mittlerweile als echter Täter überführt und vor wenigen Tagen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.Bodycam-Aufnahme löst Aufschrei ausDas Video des Polizeieinsatzes gelangte im Laufe des Prozesses an die Öffentlichkeit. Die Aufnahmen wurden vielfach in sozialen Medien geteilt und kommentiert. Etwa US-Milliardär Elon Musk äußerte sich dazu, er bot den Angehörigen des Opfers Geld für eine Privatklage gegen die Polizei an. Vonseiten rechter und konservativer Politiker wurden als Ursache für den krassen Polizeifehler rasch die Bemühungen um Rassismusbekämpfung ausgemacht. Liberale und linke Politiker hingegen witterten rechte Stimmungsmache.