Zwei Tote bei Protesten gegen amerikanisches Ebola-Quarantänezentrum in KenyaDas Vorhaben löst in Kenya heftigen Widerstand aus. Ein Gericht verlangt nun Einblick in die Vereinbarungen mit Washington und verlängert den Baustopp.02.06.2026, 19.02 Uhr2 LeseminutenIm kenyanischen Nanyuki demonstrieren die Einwohner gegen ein geplantes amerikanisches Ebola-Zentrum.John Muchucha / ReutersIn der Demokratischen Republik Kongo wütet das Ebola-Virus. Laut der BBC sind seit Ausbruch der Krankheit bereits rund 250 Menschen gestorben. Die US-Regierung befürchtet, dass sich womöglich auch in Afrika anwesende Amerikaner mit Ebola angesteckt haben. Um betroffene Amerikaner zu behandeln, ohne das Virus in die USA einzuschleppen, will sie auf einem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt im kenyanischen Nanyuki eine spezialisierte Quarantänestation errichten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die geplante Einrichtung mit einer Kapazität von fünfzig Betten löst vor Ort heftige Reaktionen aus, wie Reuters berichtet. Kritiker werfen den USA vor, das Gesundheitsrisiko der Behandlung potenzieller Ebola-Patienten auf Kenya abzuwälzen. Am Montag hatten Hunderte Menschen in Nanyuki gegen das Projekt demonstriert. Laut dem Organisator der Proteste, Patrick Wahome, wurden zwei Personen durch Schüsse getötet, nachdem die Polizei das Feuer eröffnet hatte. Auch eine Quelle aus Sicherheitskreisen bestätigte gegenüber Reuters zwei Todesfälle, machte jedoch keine Angaben zur Ursache. Die kenyanische Polizei gab derweil an, dass ihr keine Opfer bekannt seien.Bereits vergangene Woche hatte ein kenyanisches Gericht das Projekt vorläufig ausgesetzt. Laut einem amerikanischen Regierungsvertreter brachten amerikanische Militärflugzeuge in den vergangenen Tagen aber weiter Personal und Ausrüstung ins Land, wie Reuters berichtet. Die Richterin Patricia Nyaundi vom kenyanischen Obergericht verbot der Regierung nun aber, die Quarantänestation vor Abschluss des Verfahrens zu bauen. Zudem verpflichtete sie die Regierung, innerhalb einer Woche sämtliche Vereinbarungen und Einsatzprotokolle im Zusammenhang mit der Einrichtung offenzulegen. Die nächste Anhörung wurde auf den 23. Juni angesetzt.Kenyas Präsident William Ruto verteidigte die Vereinbarung mit den USA. Die Station sei Teil eines umfassenderen nationalen Vorsorgeplans und einer langjährigen Gesundheitspartnerschaft mit Washington, sagte Ruto am Montag. Sie werde auch Kenyanern und ausländischen Staatsangehörigen zur Verfügung stehen. Amerikanische Regierungsvertreter bestätigten dies bisher nicht. «Wir sind eine verantwortungsvolle Regierung. Wir wissen, was wir tun», sagte Ruto.In Bezug auf die Demokratische Republik Kongo spricht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von derzeit über 300 bestätigten Ebola-Fällen, dazu kommen etwa 1000 Verdachtsfälle. Auch im benachbarten Uganda wurden 15 Fälle registriert.Passend zum Artikel
Kenyaner protestieren gegen amerikanische Ebola-Einrichtung – zwei Tote bei Demonstrationen
Das Vorhaben löst in Kenya heftigen Widerstand aus. Ein Gericht verlangt nun Einblick in die Vereinbarungen mit Washington und verlängert den Baustopp.










