AfD-Abgeordnete reisen nach Sankt Petersburg. Kritik kommt aus den Regierungsparteien und von den Grünen. Der Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses warnt: »Man kommt nicht unbeobachtet zurück.«
02.06.2026, 17.25 Uhr
Marc Henrichmann im Bundestag
Politiker von CDU, SPD und Grünen haben die Teilnahme von AfD-Politikern an einem Wirtschaftsforum in Russland als Sicherheitsrisiko kritisiert. »Solche Reisen sind sicherheitspolitisch hochriskant«, sagte der Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU), dem »Handelsblatt«. Russische Geheimdienste nutzten Veranstaltungen wie das sogenannte SPIEF-Forum in Sankt Petersburg gezielt »zur Informationsgewinnung und zur Anwerbung«.
Wer dorthin reise, müsse wissen: »Man kommt nicht unbeobachtet zurück«, sagte Henrichmann. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums warf der AfD vor, »sich in Sankt Petersburg von Putins Apparat hofieren zu lassen«. Dies sei »nicht Friedensdiplomatie – das ist politischer Kniefall vor einem Kriegsverbrecher«.Reise mit Billigung der AfD-FraktionDer AfD-Delegation gehören auch die beiden Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier und Steffen Kotré an. Frohnmaier wies die Kritik an der Russlandreise gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zurück. Als außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag sehe er seine Aufgabe auch darin, »unter schwierigen Bedingungen Gesprächskanäle offenzuhalten und deutsche Interessen zu vertreten«, sagte Frohnmaier am Dienstag zu AFP.














