Mehr Ausgaben, eine unsichere Finanzlage: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) muss im kommenden Jahr insgesamt 14 Millionen Euro sparen. Das wirkt sich auch auf den Fahrplan 2027 aus. Doch nach Angaben der MVG sollen die Fahrgäste nichts von den Sparmaßnahmen spüren. Dazu hat die Verkehrsgesellschaft zusammen mit dem Mobilitätsreferat 27 verschiedene Szenarien geprüft. Dabei ist eine Reform des Busnetzes in der Innenstadt herausgekommen mit neuen Liniennummern und Linienwegen.Das Problem, das nicht nur die MVG hat, sondern das die Verkehrsunternehmen in ganz Deutschland betrifft, sind die steigenden Kosten für Personal und Energie. Gleichzeitig fallen Fördermittel weg. So bekommt die MVG nach eigenen Angaben im kommenden Jahr vom Freistaat kein Geld mehr für Busmaßnahmen im Rahmen der Luftreinhaltung. Das waren immerhin 2,5 Millionen Euro im Jahr, ein Betrag, der sich im Vergleich zur Förderung durch die Landeshauptstadt jedoch eher gering ausnimmt.Da die MVG ihr Netz in den vergangenen Jahren erweitert hat, sind die Kosten dadurch zusätzlich gestiegen. Die Stadt München bezuschusst den Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs mit jährlich 130 Millionen Euro. Dazu kommen weitere 130 Millionen von den Stadtwerken München (SWM), deren Tochtergesellschaft die MVG ist. Doch diese Mittel seien ausgereizt, erläuterte Matthias Korte, Leiter des Mobilitätsmanagements bei den Stadtwerken am Dienstag.Die Deckung der Kosten durch Ticketeinnahmen ist bei der MVG schon lange nicht mehr gegeben, das war zuletzt in den 2010er-Jahren der Fall. Viele Menschen nutzen zudem das Deutschlandticket, das derzeit 63 Euro kostet und wesentlich günstiger ist als viele Abonnements im Münchner Verkehrsverbund. Das Deutschlandticket soll 2027 zwar teurer werden, um wie viel ist aber noch unklar. Ebenso unklar ist dann auch, wie viel Geld an die Verkehrsgesellschaften vom kommenden Jahr an fließen wird.Um die Versorgung des Stadtgebiets mit öffentlichem Nahverkehr weiterhin aufrechtzuerhalten, passt die MVG nun Linien an, die wenig ausgelastet sind. Bei vielen Bussen habe man auf gewissen Strecken und zu gewissen Tageszeiten nur „heiße Luft“ durch die Gegend gefahren und so „Geld verbrannt“, sagte Korte. Das soll nun anders werden, wie anhand einiger Beispiele deutlich wird.Im Busverkehr und bei der Tram stehen Änderungen anSo nutzten immer weniger Fahrgäste etwa die Linie 52, die bisher zwischen Sendlinger Tor und Tierpark verkehrt. Sie soll künftig zwischen Marienplatz/Tal und Tierpark fahren und auf einer neuen Route über Ludwigsbrücke und Zeppelinstraße, beziehungsweise Lilienstraße in Gegenrichtung, auch die Au anbinden. Der Bus 132, der bisher im Tal startete, fährt nur noch zwischen Isartor und Forstenrieder Park und nur noch zu Hauptverkehrszeiten alle zehn Minuten. Die bisherige Ringbus-Linie 58/68 gibt es künftig nicht mehr. Der 58er geht in der Linie 100 auf und fährt von der Silberhornstraße über den Hauptbahnhof zum Ostbahnhof. Der 68er wird mit der Linie 184 zusammengelegt und ist künftig als 101er zwischen Bruno-Walter-Ring via Arabellapark und Hauptbahnhof zur Silberhornstraße unterwegs – und umgekehrt.Der Expressbus X30 wird zur neuen Linie 64 und fährt zwischen Lorettoplatz und Arabellapark. Kürzere Routen fahren künftig unter anderem auch die Linien 54 und 153. In Bogenhausen verkehrt der Bus 187 zwischen Arabellapark und Richard-Strauss-Straße. Hier könnten laut Korte in absehbarer Zeit auch autonome, kleinere Busse unterwegs sein.Durch die Linienverkürzungen und besser aufeinander abgestimmte Takte sollen die Busse pünktlicher und so attraktiver für Fahrgäste werden. Insgesamt erwartet die MVG mit dem neuen Konzept sogar 1000 Passagiere mehr am Tag.Bei der U-Bahn ändert sich nichts, bei der Tram wird wegen hoher Nachfrage die Linie 20 auf einen Fünf-Minuten-Takt zur Stoßzeit verstärkt. Die 23er fährt nur noch alle zehn statt fünf Minuten, zusammen mit der verlängerten 12er-Tram besteht zwischen Parzivalstraße und Schwabing Nord dennoch ein Fünf-Minuten-Takt.Eine Linienänderung gibt es auch bei der 19er- und der 21er Tram. Die Linie 19 fährt im Osten künftig die St.-Veit-Straße an, die 21er endet in Berg am Laim. Das spare Kosten bei der Dienstplanung, heißt es bei der MVG.Das Programm wird nun den Bezirksausschüssen vorgestellt, Ende Juli entscheidet der Stadtrat darüber. Gültig wird es zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember.
München: MVG muss sparen und passt deshalb das Busnetz an
Nicht ausgelastete Linien werden gekürzt. Fahrgäste sollen nur wenig von den Sparmaßnahmen spüren, beteuert die MVG.








