PfadnavigationHomePolitikAuslandISW-AnalyseRussland verliert den zweiten Monat in Folge Gebiete in der UkraineStand: 17:00 UhrLesedauer: 2 MinutenDer ukrainische Präsident Selenskyj hat sich in einem US-Fernsehinterview für Friedensgespräche mit Russland ⁠vor ‌dem Winter ausgesprochen. „Russland schafft es aktuell nicht mehr, pro Monat mehr Territorium einzunehmen, als die Ukraine an anderen Stellen zurückerobert“, berichtet Ibrahim Naber.Russland hat in der Ukraine erneut mehr Gebiete verloren als neu erobert. Ein renommiertes Institut sieht eine „weitreichende Veränderung auf dem Schlachtfeld“. Doch der Weg zu einer großflächigen Befreiung des Ostens ist für die Ukraine noch weit.Zum zweiten Mal in Folge verzeichnet Russland in der Ukraine Gebietsverluste. Wie das Institute für the Study of War (ISW) aus den USA berichtet, verlor die russische Armee im Mai unter dem Strich die Kontrolle über rund 281 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums. Demnach erzielte die ukrainische Armee vor allem in der östlichen Region Donezk und in der Region Saporischschja im Süden des Landes Erfolge. Der Vormarsch der russischen Armee hatte sich der Analyse zufolge bereits in den Monaten zuvor erheblich verlangsamt: Im Dezember 2025 hatte Russland noch 519 Quadratkilometer in der Ukraine eingenommen, im März waren es nur noch 23 Quadratkilometer. Im April verzeichneten die russischen Truppen dann erstmals seit fast drei Jahren Netto-Gebietsverluste und büßten unter dem Strich die Kontrolle über 116 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums ein.Wie die Militärspezialisten weiterschreiben, geht ein Teil der Gewinne auf Territorien zurück, die Russland zwar mit einzelnen Soldaten infiltriert hatte, aber nicht halten konnte. Vor allem im Gebiet Prokrovsk habe die ukrainische Armee Fortschritte erzielt. Dass die russische Armee mit motorisierten Fahrzeugen aufgrund der saisonalen Schneeschmelze – genannt Rasputitsa – in Schwierigkeiten gekommen ist, halten die Beobachter für unwahrscheinlich. Im Mai 2025 sei es Russland gelungen, 515 Quadratkilometer einzunehmen.„Russlands nachlassende Fortschritte scheinen nicht mit den saisonalen Wetterveränderungen zusammenzuhängen, die traditionell das Vorrücken erschweren, sondern sind wahrscheinlich das Ergebnis weitreichenderer Veränderungen auf dem Schlachtfeld im Jahr 2026“, heißt es in der Analyse. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der Weg für Kiew, sämtliche von Russland kontrollierten Gebiete zurückzuerobern, ist noch weit: Die Gebietsgewinne im April und im Mai machen nur etwa 0,4 Prozent des gesamten von Russland kontrollierten Gebiets in der Ukraine aus. Insgesamt verschiebt sich die Front nur langsam. In der sogenannten „Kill Zone“ – ein bis zu 30 Kilometer tiefes Gebiet auf beiden Seiten der Front, in dem Soldaten dauerhaft tödlicher Gefahr ausgesetzt sind – sind kaum größere Vorstöße möglich.Lesen Sie auchInsgesamt hält Russland den ISW-Daten zufolge weiterhin etwas mehr als 19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Darunter sind die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim und Gegenden in den Regionen Donezk und Luhansk, die bereits vor der Vollinvasion im Jahr 2022 von prorussischen Separatisten kontrolliert wurden. Den Großteil des restlichen Gebiets hatte Russland in den ersten Wochen nach Beginn des Kriegs im Februar 2022 erobert.mit AFP