PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-Krieg„Russland verliert auf dem Schlachtfeld“ – Brisanter Bericht zu Einkesselung von drei Nato-LändernStand: 08:29 UhrLesedauer: 3 MinutenUkrainischer Präsident SelenskyjQuelle: Kay Nietfeld/dpaZuletzt haben die ukrainischen Streitkräfte in ihrem Abwehrkampf gegen Russland wieder vermehrt Erfolge vorweisen können. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Lage nutzen. Derweil gibt es Sorge um Moskaus mögliche nächste Schritte.Russland verliert im Krieg gegen die Ukraine die Initiative auf dem Schlachtfeld und eröffnet damit nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Weg zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts. „Es begann im Dezember 2025, Russland begann die Initiative auf dem Schlachtfeld zu verlieren“, sagte Selenskyj in einem Interview des Senders CBS News, das er in Teilen auch auf X und Telegram veröffentlichte. Es gebe jetzt eine „Zeitspanne“, die man nutzen müsse. Russland könne nicht mehr Territorium besetzen als die Ukraine zurückerobere.Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugen„Daher denke ich, dass wir einen diplomatischen Weg finden müssen – hinsetzen und verhandeln – bis Anbruch des nächsten Winters“, sagte Selenskyj. Allerdings sei dazu innerer Druck auf Kremlchef Wladimir Putin ebenso nötig wie mehr Sanktionsdruck durch die USA und Europa. Auch Europa müsse mit am Verhandlungstisch sitzen, möglicherweise in einem Dreierformat von Großbritannien, Frankreich und Deutschland.Bisherige Verhandlungs- oder Vermittlungsversuche sind an den Maximalforderungen Moskaus gescheitert. Zu diesen gehört unter anderem, dass Kiew seine Armee aus den bislang nicht von Russland eroberten Gebieten im Donbass, den die Regionen Donezk und Luhansk bilden, abzieht. Selenskyj kritisierte die Lockerung von Sanktionen gegen Russland angesichts der Erdölkrise, hervorgerufen durch den Krieg der USA gegen den Iran. „Sanktionen aufheben bedeutet, russischen Soldaten zu helfen, indem man der russischen Industrie hilft“, sagte er. Durch die Lockerung der Sanktionen gegen Moskau habe es keine Überraschungen wie niedrigere globale Preise für Öl, Benzin oder Diesel gegeben. Vielmehr sei diese Lockerung seiner Meinung nach ein Weg, um den Dialog mit Russland aufzubauen. „Aber dies ist nicht die richtige Herangehensweise, denn sie (die Russen) verstehen keine Worte oder Empathie und sehen es als Zeichen der Schwäche.“Lesen Sie auchBrisanter Bericht zu BaltikumBei westlichen Experten gibt es derweil Sorge vor einem russischen Ausgreifen in Richtung Baltikum. So sagte der Historiker Jan Claas Behrends von der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder gegenüber der „Bild“-Zeitung, das Baltikum sei „für Putin aus historischen und geografischen Gründen relevant“. Bis zum Fall der Sowjetunion 1991 standen Estland, Lettland und Litauen unter Moskauer Kontrolle. „Der Kreml betrachtet sie als sein rechtmäßiges Einflussgebiet“, so Behrends weiter. Putin könnte die drei Staaten, die auf dem Landweg von den restlichen EU-Staaten aus lediglich über die sogenannte Suwałki-Lücke zwischen Litauen, Polen und Belarus zu erreichen sind, langfristig einkesseln. Estlan, Lettland und Litauen sind seit 2004 Mitglieder der Nato.Der österreichische Militäranalyst Franz-Stefan Gady sagte „Bild“ zur Suwałki-Lücke, Russland müsste den Korridor gar nicht physisch mit Soldaten besetzen, um das Baltikum abzuschneiden. „Ferngesteuerte Minen, Drohnen und Raketenartillerie reichen aus, um die Region unter Feuerkontrolle zu nehmen“, so Gady. Damit wäre die Region isoliert, „ohne dass ein russischer Soldat die Grenze überschreitet“.Zuvor hatte Selenskyj bereits Russland vorgeworfen, Belarus tiefer in den Krieg hineinziehen zu wollen. Moskau erwäge, vom belarussischen Staatsgebiet aus den Norden der Ukraine oder ein Nato-Land anzugreifen, erklärte Selenskyj bereits Mitte Mai über Telegram. Die Ukraine wisse von weiteren Kontakten zwischen Russland und dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, um diesen zur Teilnahme an neuen russischen Offensiven zu bewegen. „Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums“, erklärte Selenskyj. Dies betreffe entweder die ukrainischen Regionen Tschernihiw und Kiew oder einen Nato-Staat. Stellungnahmen aus Moskau oder Minsk lagen zunächst nicht vor. Selenskyj hatte die Streitkräfte angewiesen, einen Reaktionsplan auszuarbeiten und die Verteidigung im Norden der Ukraine zu stärken.Mehr von WELT in Google sehenGoogle zeigt zu vielen Themen passende Nachrichten an. Nutzer können nun festlegen, welche Quellen ihnen bevorzugt angezeigt werden:WELT als bevorzugtes Medium festlegensäd mit dpa/Reuters
Ukraine-Krieg: „Russland verliert auf dem Schlachtfeld“ – Brisanter Bericht zu Einkesselung von drei Nato-Ländern - WELT
Zuletzt haben die ukrainischen Streitkräfte in ihrem Abwehrkampf gegen Russland wieder vermehrt Erfolge vorweisen können. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Lage nutzen. Derweil gibt es Sorge um Moskaus mögliche nächste Schritte.






