Wer am Sonntag in Görlitz persönlich ins Wahllokal ging, traf tendenziell eine andere Entscheidung als jene, die per Brief abstimmten. Bei der Urnenwahl lag AfD-Kandidat Sebastian Wippel mit 52,4 Prozent vorne, bei den per Post abgegebenen Stimmen erreichte er hingegen nur 28,1 Prozent.

Amtsinhaber Octavian Ursu (CDU) kam an der Urne auf 47,6 Prozent, in der Briefwahl auf 71,9 Prozent. Diese Spreizung nimmt AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla zum Anlass, eine grundlegende Reform des Wahlrechts zu fordern.

„Gerade bei der Briefwahl liegen die Ergebnisse auffällig weit auseinander“, sagte Chrupalla dieser Zeitung am Tag nach dem zweiten Wahlgang . Er habe das Ergebnis mit Mathematikern und Statistikern besprochen, die ihm bestätigt hätten, dass die Abweichung zwischen beiden Wahlformen ungewöhnlich groß sei.

Mobile Wahlurne als Alternative

Konkret schlägt Chrupalla vor, die Briefwahl in ihrer derzeitigen Form abzuschaffen und durch ein anderes Verfahren zu ersetzen. Als Beispiel nannte er das Prinzip der mobilen Wahlurne.