Ausgerechnet Chicago! Dieser Tage fliegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wieder dorthin, bestreitet vor der WM noch ein Testspiel gegen die USA. Bei der WM 1994 hatten sie in Chicago in einem Hotelbunker logiert und mehrere Spiele bestritten. Doch diese WM-Endrunde war aus deutscher Sicht ein Turnier zum Vergessen. Obwohl sie als Titelverteidiger wieder WM-Favorit waren, flogen sie schon im Viertelfinale gegen Bulgarien raus. Und das mit dem „besten Kader, den wir je hatten“, so Stefan Effenberg heute. Sie waren dazu „verdammt, Weltmeister zu werden“, erklärt Mario Basler, sie „schenkten“ die Weltmeisterschaft her, so Jürgen Klinsmann.

Das „Psychogramm“ der Gruppe interessiert

Manfred Oldenburg hat dieses Scheitern besonders gereizt. Der Autor und Regisseur hat für seine vierteilige Doku „Elf Helden – ein Albtraum“ zehn Spieler des damaligen Kaders vor die Kamera geholt, dazu Trainer Berti Vogts, der Ende des Jahres seinen 80. Geburtstag feiert. Fast ebenso viele Interviewpartner stammen aus dem Medienbereich, und manche, wie Bild-Sportchef Alfred Draxler, hatten ihren direkten Anteil am Scheitern der WM-Mission. Oldenburg interessiert vor allem das „Psychogramm“ der Gruppe, weniger das rein Sportliche. Die Filmausschnitte der WM-Spiele sind meist nur wenige Sekunden lang.