Eine KI-Suchmaschine, die Millionen Chats inklusive Folgefragen an Meta und Google weitergegeben haben soll. Und das selbst im Inkognito-Modus bei eingeloggten Nutzer:innen. So lauten jedenfalls die Vorwürfe einer US-Sammelklage gegen Perplexity. Ob sie juristisch halten, wird ein Gericht klären. Aber eine Frage kann nicht bis zum Urteil warten: Wer übernimmt in Unternehmen eigentlich die Verantwortung dafür, was mit den Daten passiert, die Mitarbeitende täglich in KI-Tools eingeben?Anzeige

Das Vertrauensproblem in Organisationen

Formal ist die Antwort eindeutig: Die Endverantwortung liegt bei der Unternehmensführung – schon deshalb hat sie ein hohes Eigeninteresse daran, die passenden Strukturen bereitzustellen. In der gelebten Praxis sieht es anders aus.

Datenschutzversprechen werden häufig überflogen statt gelesen, Haken werden routiniert gesetzt und im Alltag verlässt man sich schlicht darauf, dass Inkognito auch Inkognito bedeutet. Das eigentliche Risiko geht aber tiefer. Prompts, Recherchen und Folgefragen, die bei Meta und Google landen, bleiben dort nicht einfach liegen. Sie fließen mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Weiterentwicklung der eigenen Modelle. Was Mitarbeitende ihrer KI-Suchmaschine anvertrauen, trainiert also möglicherweise die Wissensbasis derjenigen, die morgen ihre Wettbewerber stärker machen.Anzeige