In der Duftwelt tritt Wasser zunehmend an die Stelle von Ethanol als Basis. Worin der Unterschied zwischen einem wasserbasierten Parfum und einem klassischen liegt, erklärt Serge Rach, Parfümeur und Gründer von Velvetvelo.Herr Rach, wieso verzichten Marken auf Alkohol im Parfum?Serge Rach: Es zeigt sich eine Ermüdung gegenüber klassischem Luxus und einer starken Inszenierung. Parfum war lange etwas, das den Raum füllt. Heute ist ein Duft viel persönlicher, näher an der Haut und verbunden mit Wohlbefinden, Hautverträglichkeit und einem stärkeren Bewusstsein für die Umwelt und für Inhaltsstoffe.Zur Person Serge Rach Er ist Gründer und Parfümeur von Velvetvelo. Die Marke mit Sitz in Nizza kreiert seit 2023 wasserbasierte Parfums. PD Worin unterscheidet sich ein wasserbasiertes Parfum von einem klassischen?Es ist leiser, intimer. Statt der klassischen Duftpyramide mit Kopf-, Herz- und Basisnoten zeigt sich der Duft unmittelbarer, hat einen klaren, linearen Verlauf. Der erste Dufteindruck verweilt lange auf der Haut. Und es lässt sich freier anwenden: auf Haut und Haar, tagsüber wie abends, selbst in der Sonne – ohne Austrocknung oder Irritation.Ist die Duftintensität vergleichbar?Diese Frage ist heute überholt. Neue Technologien ermöglichen hohe Duftkonzentrationen in wasserbasierten Formulierungen.Wie fühlt sich der Duft auf der Haut an?Leichter, fast schützend, im Gegensatz zu alkoholbasierten Parfums, welche die Haut mitunter austrocknen. Er ist nicht klebrig und angenehm auf der Haut.Warum produzieren vor allem Nischenmarken solche Düfte?Sie haben die Freiheit, neue Wege zu gehen, Formate zu hinterfragen, Technologien früh zu adaptieren. Innovation beginnt selten im Zentrum. Doch die Bewegung weitet sich aus. Häuser wie Dior sowie Marken im Apotheken- und Reformhausumfeld entdecken das Potenzial wasserbasierter Düfte. Was heute noch Nische ist, könnte sich zum neuen Standard entwickeln.Vier Parfums ohne Alkohol: Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
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In der Duftwelt tritt Wasser zunehmend an die Stelle von Ethanol als Basis. Wieso, erklärt Serge Rach, Parfümeur und Gründer von Velvetvelo.
Wasserbasierte Parfums verdrängen Alkohol; Velvetvelo zeigt, wie Technologie höhere Duftkonzentrationen und bessere Hautverträglichkeit ermöglicht. Consumer erwarten Nachhaltigkeit übergreifend – ein Trend, der auch Tech-Märkte und Produktdesign transformiert.







