Theo Röper zahlt 720 Euro Miete. Der 27-jährige Student der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin kommt monatlich auf weitere 400 Euro Lebenshaltungskosten. Sein Bafög-Satz: 730 Euro. Die Rechnung geht nicht auf. „Das System in sich funktioniert schon nicht“, sagte Röper der Berliner Zeitung. „Bafög reicht nicht und arbeiten darf man nicht mehr, sonst wird das Bafög gekürzt.“

Rund 152 Kilometer südwestlich, in Halle an der Saale, sieht die Rechnung anders aus. Clemens Stosiak, auch 27 Jahre alt, studiert Industriedesign an der Burg Giebichenstein und zahlt 365 Euro Miete in einer Vierer-WG, deren Mietvertrag seit 20 Jahren besteht. Er bekommt nahezu den Bafög-Höchstsatz von 980 Euro, kommt damit aus und muss unter dem Semester nicht arbeiten. „Hier in Halle ist wirklich das absolute Paradies, was Wohn- und Unterhaltskosten angeht“, sagte er der Berliner Zeitung. Doch er fügt hinzu: „In Berlin würde ich damit nicht über die Runden kommen.“

Beide Fälle zeigen dasselbe Problem von zwei Seiten: Das Bafög behandelt Studierende in Halle und München, in Greifswald und Frankfurt mit denselben Pauschalen, obwohl die Lebensrealitäten kaum unterschiedlicher sein könnten.