BMW iX3: Reichweiten-König mit Haftungsgrenzen – zwischen Effizienz und FahrdynamikAuf dem Papier glänzt der Münchner mit 805 Kilometern Reichweite und einem radikal neuen Cockpit. Doch in der Praxis offenbart er noch gewisse Schwächen.02.06.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenBMW bringt mit dem iX3 ein elektrisches SUV mit hoher Effizienz zum fairen Preis auf den Markt.PDDer BMW iX3 kommt als lang erwartetes deutsches Gegenstück zu einer Vielzahl moderner E-SUV aus China. Die ersten Fahrzeuge kommen derzeit zu den Kunden in Deutschland und der Schweiz. Der hochbeinige Fünftürer ist das erste Modell der «neuen Klasse» bei BMW und damit das erste in der Reihe Software-definierter Fahrzeuge des Herstellers.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die als Erstes lancierte Version iX3 50 X-Drive dürfte mit 345 kW (469 PS) maximaler Leistung und Allradantrieb insbesondere in der Schweiz zu den bevorzugten Antriebsvarianten gehören. Mit ihren vom Werk angegebenen technischen Daten beeindruckt sie zunächst schon vor der ersten Testfahrt: Bis zu 805 Kilometer Reichweite sollen möglich sein, und ein Aufladen der 109 kWh fassenden Batterie von 10 auf 80 Prozent soll in gut 20 Minuten geschehen können. In zehn Minuten lassen sich unter idealen Bedingungen bis zu 300 Kilometer Reichweite zuladen. Das gesamte Paket wird zu einem im Vergleich mit der Konkurrenz von Mercedes und Audi fairen Basispreis von 70 900 Euro (Deutschland) oder 78 000 Franken (Schweiz) angeboten.Auch die Optik des BMW iX3 beeindruckt. Die traditionellen Designmerkmale wie zentrale Doppelniere im Frontgrill und der kleine Knick in der hinteren Seitenscheibe finden sich auch beim neuen E-SUV. Ganz neu sind die steile, weit herabgezogene Fahrzeugfront und die Gestaltung der nun kantigen Doppelscheinwerfer. Die Radhäuser sind markant ausgeformt, sonst aber sind die Fahrzeugseiten flächig und kantenfrei. Etwas beliebig wirkt das Heck mit seinen beiden breiten Rückleuchten, die an den Stil asiatischer Fahrzeuge erinnern.BMW führt eine neue Art des Cockpits einIm Innern hat BMW die neue Klasse mit einem neuen Display ausgestattet, das es so noch nie gab: Auf einem Streifen unterhalb der Windschutzscheibe sind die Armaturen über die gesamte Breite des Armaturenträgers angeordnet. Diese neue Art der digitalen Benutzer-Schnittstelle, bei BMW «Panoramic i-Drive» genannt, überrascht durch ihre Übersichtlichkeit, sowohl für den Fahrer als auch für alle anderen Passagiere. Zusätzlich hat der Hersteller dem iX3 ein herkömmliches Head-up-Display eingebaut, auf das man dank dem Panorama-Display auch verzichten könnte. Sonst kann beim Fahrer eine gewisse optische Reizüberflutung entstehen.Das Cockpit des iX3 ist neu konzipiert und bietet einen guten Überblick – mit Ausnahme der Sicht nach vorne links.PDEin kleines Manko bei der Ablesbarkeit des breiten Grafikbandes: Der Fahrer muss hoch genug sitzen, um eine freie Sicht auf alle Anzeigen zu bekommen. Die Sicht nach vorne links ist zudem deutlich durch die breite und sehr schräg angestellte A-Säule und den Seitenspiegel eingeschränkt. Daraus entsteht ein toter Winkel, so dass der Fahrer in diesem Bereich Fussgänger und selbst Fahrzeuge nur durch ein Vorlehnen wahrnehmen kann.Für Fahrer und Passagiere gibt es im Innern viel Platz im Kopf- und Beinbereich, zudem ist der Komfort der Sitze gut. Auch für flottere Kurvenfahrten bieten die Seitenpolster genügend Halt auch für grosse Erwachsene.Wirklich neu beim iX3 ist nicht nur die Kombination aus Leistung und Effizienz, sondern das Grundprinzip: Das erste BMW-SUV der neuen Klasse entspricht dem letzten Stand der Technik im Bereich der Software-definierten Fahrzeuge, wie sie etwa in China heute Standard sind. Anstatt einer Vielzahl kleiner Steuergeräte konzentriert sich bei BMW nun alles auf vier Superhirne: den erwähnten Panoramic i-Drive für Fahrdaten und Infotainment, die Blackbox «Heart of Joy» mit der gesamten Leistungssteuerung, das System fürs hochautomatisierte Fahren und den Energiemanagement-Rechner.Auf der Fahrt zeigt sich der BMW iX3 50 X-Drive von seiner besten Seite. Das Beschleunigungsvermögen des fast 470 PS starken Allradlers ist so überzeugend wie das Bremsen mit gut dosierbaren Pedalen. Für den urbanen Alltag wie für längere Reisen eignet sich der neue Stromer gut, Überholmanöver auf der Landstrasse erledigt er mit Leichtigkeit. Für Entspannung sorgt neben der hohen Effizienz mit einer Reichweite jenseits von 600 Kilometern auch die gute Geräuschdämmung, die selbst bei höheren Tempi eine normale Unterhaltung im Innern ermöglicht.An Ladesäulen ist das neue E-SUV von BMW seltener zu Gast als mancher Mitbewerber.PDAuch Pausen können auf längeren Fahrten kurz ausfallen. Dank 800-Volt-Bordsystem bringt das Nachladen des Akkus im Idealfall in zehn Minuten 300 Kilometer mehr Reichweite.Bei besonders sportlicher Fahrt schwächelt erWird die Fahrt etwas dynamischer, etwa auf Alpenpässen, kommen die serienmässig angebotenen Leichtlaufreifen gelegentlich an ihre Leistungsgrenzen. Sind die Pneus Garanten für einen tiefen Stromverbrauch und gute Reichweiten, kommen sie in engen, schnell gefahrenen Kurven mitunter leicht ins Rutschen. Auch beim schnellen Wedeln auf abgesperrter Strecke zwischen eng gesteckten Pylonen schwächelt der iX3 etwas. Mit seinen fast 2,4 Tonnen Leergewicht ist der Wagen für solche Übungen schlicht etwas zu schwer – auch der tiefe Schwerpunkt, der durch den 550 Kilogramm schweren, im Unterboden eingebauten Akku entsteht, vermag das Manko nicht auszugleichen.Ein Sportwagen ist der BMW iX3 der neuen Klasse also nicht, auch wenn er über gute Antriebsleistungen verfügt. Aber wer ein modernes, Software-definiertes Elektroauto kaufen will, das nicht aus China stammt, ist mit dem neuen E-SUV aus München gut bedient. Wer sein SUV dynamischer mag, sollte noch etwas warten. Eine besonders sportliche M-Version dürfte in Planung sein.Enge Kurven und Slalomfahrten sind – schnell gefahren – für den iX3 eine Herausforderung.PDDie Testfahrt wurde durch BMW unterstützt.Passend zum Artikel
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Auf dem Papier glänzt der Münchner mit 805 Kilometern Reichweite und einem radikal neuen Cockpit. Doch in der Praxis offenbart er noch gewisse Schwächen.









