Eine Rennstrecke verzeiht Fehler noch am ehesten. So ein ödes, gewundenes Asphaltband wie das in Miramas, ohne Bäume, Bordsteine oder Gräben. Schließlich ist das Kurvengeschlängel unter der brennenden Sonne Südfrankreichs auf Hochgeschwindigkeit ausgelegt – und auf Fahrfehler. Wenn die Testfahrer etwa durch künstlich bewässerte Kehren jagen, bis sie beinahe von der Piste fliegen. Oder beim schnellen Ausweichen so hart bremsen müssen, dass die Reifen wimmern. Weil die Auslaufflächen weit sind, kann man sich in der Pylonen-Gasse ebenfalls an die fahrdynamischen Grenzen herantasten. Etwas Courage gehört allerdings dazu, weil Hochdachautos in der Regel wie Pendel eines Metronoms hin- und herschwanken. Ticktack, ticktack, bei jedem Schlag ein Richtungswechsel um die gestreiften Hütchen. Das muss man mögen hinter dem Steuer eines großen SUVs.