Trump: Keine Entsendung israelischer Truppen nach Beirut Donald Trump hat nach eigenen Angaben mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu telefoniert und über die Offensive im Libanon gesprochen. Der amerikanische Präsident schrieb am Montag auf seiner Plattform Truth Social, es würden „keine Truppen nach Beirut entsandt“. Schon auf dem Weg befindliche israelische Soldaten seien zurückbeordert worden. Weiter behauptete Trump, es habe über ranghohe Vertreter ein „sehr gutes“ Gespräch mit der Hizbullah gegeben und die habe zugestimmt, alle Feindseligkeiten einzustellen – „dass Israel sie nicht angreifen wird und sie Israel nicht angreifen werden“. Die Nachrichtenwebsite Axios berichtete am Montag, der Sprecher des libanesischen Parlaments, Nabih Berri, habe der amerikanischen Regierung am Sonntag mitgeteilt, die Hizbullah sei zu einem sofortigen Waffenstillstand bereit. Laut Berichten der den Revolutionsgarden nahestehenden iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hatte Teheran die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten wegen der israelischen Angriffe auf den Libanon zunächst eingestellt. Trump schrieb in einem weiteren Beitrag auf Truth Social am Montag jedoch, die Gespräche mit Iran würden „mit hoher Geschwindigkeit“ fortgesetzt.Philipp von ReinersdorffLibanons Präsident: Israels Angriffsstopp bezieht sich nur auf Beiruter VororteDer von US-Präsident Donald Trump angekündigte Stopp israelischer Angriffe auf die Hizbullah in Libanon bezieht sich nach Angaben von Libanons Präsidenten Joseph Aoun zunächst auf die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut. „Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts eingestellt, während die Hizbullah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet“, teilte das Präsidialamt auf der Plattform X mit. Die Waffenruhe solle auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden.Die Hizbullah ihrerseits habe dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen Stopp der Angriffe mit Israel zugestimmt. Die libanesischen Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten.Nach Angaben Aouns informierte US-Präsident Donald Trump die libanesische Botschafterin in Washington, Nada Hamadeh Moawad, darüber, dass auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem Vorschlag zugestimmt habe. Die Botschafterin habe die Informationen anschließend an Aoun weitergeleitet, der seinerseits die Hizbullah darüber unterrichtet habe.Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Verhandlungen sollen nach Angaben des Präsidialamtes fortgesetzt werden, um die jüngsten Fortschritte zu erörtern und darauf aufzubauen.Libanon meldet zwei Tote nach israelischem AngriffBei einem israelischen Luftangriff nahe einem Krankenhaus in der Küstenstadt Tyrus sind nach libanesischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, dass nach einer ersten Zählung 23 Personen verletzt worden seien. Der Strom auf der Intensivstation sei infolge des Angriffs ausgefallen. Auf Bildern in sozialen Medien war zu sehen, wie die Räume des Krankenhauses zum Teil komplett verwüstet wurden. Lokale Medien berichteten, es seien massive Schäden entstanden. Die Kühlräume der Halle, in denen sich Leichen der im Konflikt Getöteten befanden, seien zertrümmert. Das gegenüber dem Krankenhaus gelegene Gebäude wurde Berichten zufolge von drei Raketen getroffen und nahezu vollständig zerstört. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht. Iran ruft Menschen in Nordisrael zur Flucht aufIran hat Israel vor Angriffen auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut gewarnt. Das iranische Militärhauptquartier Chatam al-Anbija forderte die Bewohner von Israels Norden im Staatssender Irib zur Flucht auf, „um keinen Schaden zu nehmen“, falls Israel tatsächlich Beirut angreifen sollte. Zuvor hatte ein Sprecher der iranischen Streitkräfte im Staatssender gesagt, für Iran sei der israelische Krieg in Libanon gegen die proiranische Hizbullah-Miliz nicht länger hinnehmbar. Er sprach eine Warnung für Israel und „seine westlichen Unterstützer“ aus. Iran stoppt indirekten Botschaftsaustausch mit USADas iranische Verhandlungsteam stellt den indirekten Austausch mit den ​USA über Vermittler ein. Dies meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die der Revolutionsgarde nahe steht. Anlass dafür seien die Angriffe Israels auf Libanon. Demnach werde es keine Gespräche mehr geben, bis Irans Forderungen nach einem Ende der israelischen Militäroperationen in Libanon und im Gazastreifen erfüllt sind. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi schrieb am Montag auf der Plattform X: „Ein Bruch des Waffenstillstands an einer Front ist ein Bruch an allen Fronten.“ Die USA und Israel seien für die Folgen verantwortlich, ​erklärte er mit Blick auf die ⁠israelischen Einsätze in Libanon. Tasnim zufolge haben Iran und die mit ihm verbündete sogenannte Widerstandsfront – zu der ​schiitische Gruppen im Jemen, in Libanon und im Irak gehören – zudem Pläne ausgearbeitet, um ⁠die Straße ‌von Hormus vollständig zu blockieren und eine weitere Front an der Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste des Jemen zu eröffnen. Damit sollten Israel und dessen Unterstützer bestraft ⁠werden. Über die Meerenge ⁠läuft ein Großteil des Schiffsverkehrs in Richtung Suezkanal. US-Präsident Donald Trump teilte am Abend mit, keine Stellungnahme Irans über eine Aussetzung der Verhandlungen erhalten zu haben. Im Gespräch mit dem Sender NBC News fügte er hinzu: „Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen – ich glaube, wir haben zu viel geredet.“ Er halte es für eine gute Idee, zu schweigen, so Trump weiter. „Und das könnte für eine lange Zeit ⁠so sein.“Die Berichte über eine Aussetzung der Verhandlungen ließen die Ölpreise direkt in die Höhe schnellen. Rohöl der Sorte Brent verteuert sich um bis zu 6,9 Prozent auf 97,45 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl WTI steigt knapp ⁠acht Prozent auf bis zu 94,30 Dollar. Tim SchellenbachIsrael ruft Bewohner von Beiruter Vororten zur Flucht aufDas israelische Militär hat die Bewohner der südlichen Vororte Beiruts zur Flucht aufgerufen. Ein Armeesprecher teilte auf der Plattform X mit, die Menschen sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen. Sollte die von Iran unterstützte Hizbullah ihre Angriffe auf israelische Orte fortsetzen, werde die Armee Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt angreifen. Zuvor hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu neue Angriffe auf die als Dahija bekannten Vororte angekündigt. Seit dem Vormittag flohen viele Anwohner aus dem Gebiet, das als wichtiges Einflussgebiet der Hizbullah gilt.Tim SchellenbachSondersitzung des UN-Sicherheitsrats zu Angriffen auf LibanonNoch heute tagt der UN-Sicherheitsrat in einer Sondersitzung zu den Angriffen Israels auf Libanon. Das Treffen sei auf Antrag Frankreichs für 21 Uhr MESZ (15 Uhr Ortszeit) angesetzt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Diplomatenkreise in New York.Der UN-Sicherheitsrat kann als einziges UN-Organ rechtlich bindende Beschlüsse fassen. Im gehören 15 Mitglieder an, darunter fünf ständige: USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien.Alabali Radovan bricht Reise abEine Reise von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) nach Libanon ist aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgebrochen worden. „Aufgrund laufender Bewertung der Entwicklungen der sich akut zuspitzenden Lage in Beirut wurde diese Entscheidung aus militärischen Gründen getroffen“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der F.A.Z. mit. Die Reise in die libanesische Hauptstadt Beirut sei erst während des Anflugs abgebrochen worden.Entwicklungsministerin Alabali Radovan wollte sich auf ihrem zweitägigen Besuch in Libanon ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hizbullah und Israel machen. Es war geplant, dass sie mit dem norwegischen Minister Åsmund Grøver Aukrust reist. Angedacht waren unter anderem Gespräche mit Libanons Präsident Joseph Aoun, Sozialministerin Haneen Sayed, die auch verantwortlich für die Krisenkoordination des Landes ist, und Bildungsministerin Rima Karami. Im Mittelpunkt sollte unter anderem die Lage der Binnenvertriebenen stehen. „Deutschland steht an der Seite der Menschen im Libanon“, teilte Alabali Radovan vor der Abreise laut Ministerium mit.Die Lage zwischen Israel und der proiranischen Miliz Hizbullah hatte sich jüngst verschärft. Trotz einer offiziellen Waffenruhe geht der Krieg weiter - Israels Ministerpräsident kündigte am Montag Angriffe auf Beiruts Vororte an.Abermals Hinrichtungen nach Protesten in Iran In Iran sind wieder zwei Männer im Zusammenhang mit den Aufständen im Januar hingerichtet worden. Mehdad Mohammadi-Nia und Ashkan Maleki wurde unter anderem zur Last gelegt, während der Massenproteste eine Moschee in Brand gesetzt zu haben, wie das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan berichtete. Das Urteil sei am Montagmorgen vollstreckt worden, hieß es weiter.Die Demonstrationen waren Ende Dezember wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.Im Zusammenhang mit den Protesten ließ Irans Justiz mindestens 17 Menschen hinrichten, wie die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) berichtete. „Die Hinrichtung von Demonstranten und Gefangenen, denen sicherheitsrelevante Straftaten vorgeworfen werden, ist ein Mittel der Unterdrückung und der Einschüchterung der Öffentlichkeit“, schrieb die Organisation auf X.Weitere Todesopfer in LibanonBei einem israelischen Angriff in der Nacht wurden laut der libanesischen Staatsagentur NNA in Südlibanon acht Menschen getötet und 19 weitere verletzt. Die von Iran unterstützte Hizbullah hat derweil ihre Angriffe auf Nordisrael verstärkt. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kündigte am Morgen neue Angriffe auf Ziele der Miliz in den südlichen Vororten Beiruts an. Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hätten der Armee unter anderem wegen der Angriffe auf israelische Orte eine entsprechende Anweisung gegeben.In Nordisrael gibt es derzeit wegen des Beschusses mit Raketen und Drohnen aus dem Nachbarland immer wieder Luftalarm. Israels Armee meldete auch einen weiteren getöteten Soldaten in Südlibanon. Israelischen Medien zufolge kam der Soldat bei einem Drohnenangriff der Hizbullah in der Nacht ums Leben. Trump zu Kritikern: „Entspannen Sie sich, am Ende wird alles gut“ US-Präsident Donald Trump ​hat sich über eine nach seiner Ansicht übermäßige Kommentierung seiner Verhandlungen mit Iran beschwert „Es ist VIEL schwieriger für mich, meine Arbeit richtig zu machen und zu ⁠verhandeln, wenn politische Wichtigtuer in einem noch nie dagewesenen Ausmaß immer wieder negativ 'dazwischenreden', dass ich schneller oder langsamer vorgehen, in den Krieg ziehen oder nicht in den Krieg ziehen sollte, oder was auch immer“, schreibt Trump auf der Plattform Truth Social. „Lehnen Sie sich einfach zurück und entspannen Sie sich, am Ende wird alles gut.“ Zugleich ‌betont Trump, der Iran wolle unbedingt ein Abkommen schließen. Dies werde ein gutes Geschäft für die USA und ihre Verbündeten sein. Sabrina FrangosUS-Militär: Haben Ziele in Iran angegriffen – Teheran meldet GegenschlagDas US-Militär hat nach eigenen Angaben am Wochenende ⁠iranische Radar- und Drohnen-Kommandozentralen in Goruk und auf der Insel Keschm angegriffen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf aggressive Handlungen von Iran gewesen, darunter der Abschuss einer US-Drohne vom Typ ‌MQ-1 über internationalen Gewässern, teilt das US-Zentralkommando (Centcom) mit. US-Kampfflugzeuge hätten demnach die Luftabwehr, eine Bodenkontrollstation und zwei Drohnen zerstört. US-Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Unterdessen erkläre die iranische Revolutionsgarde ‌iranischen Medien zufolge, sie hätte einen ‌Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen. Dieser sei von den USA für einen Angriff auf einen Telekommunikationsturm auf der Insel Sirik im Süden von Iran genutzt worden.Sabrina FrangosKuwait fängt Raketen- und Drohnenangriffe abDie kuwaitische Luftabwehr fängt Raketen- und Drohnenangriffe ab. Im ganzen Land heulen die Sirenen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Kuna. ‌Weitere Details nennt die Agentur zunächst nicht.Sabrina FrangosInsider: USA dringen auf neue Waffenruhe zwischen Israel und HizbullahDie USA unternehmen einem Insider aus US-Regierungskreisen zufolge einen neuen Anlauf für eine Waffenruhe ‌zwischen Israel und der Hizbullah-Miliz in Libanon. Die Hizbullah-Miliz solle alle Angriffe auf Israel einstellen und im ‌Gegenzug müsse Israel ‌auf eine Eskalation in Beirut verzichten, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio spreche über diesen Plan bereits ​mit dem libanesischen Präsidenten Joseph ⁠Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Während Aoun versuche, den Vorschlag ​voranzutreiben, fordert der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri dem Insider zufolge, ⁠dass Israel zuerst ‌das Feuer einstellt.Irem YildirimIrans Präsident fordert neuen Politikstil Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich für eine grundlegende Änderung des Führungsstils im Land ausgesprochen. Zugleich wies sein Büro Rücktrittsgerüchte zurück. Peseschkian sagte laut der Agentur Fars, die Führung könne nicht allein aus einer begrenzten Gruppe von Führungskräften und Beamten bestehen. Er verlangte stattdessen die Einbindung aller gesellschaftlichen Schichten, wirtschaftlicher Akteure und Wissenschaftler sowie der Bevölkerung.Peseschkian gilt als Reformer. Seine Forderung steht im Kontrast zur Machtstruktur. Ein Blick auf die wichtigsten Vertreter der iranischen Führung zeigt, dass viele Schlüsselpositionen seit Jahrzehnten durch Personen mit engen Verbindungen zu der Islamischen Revolutionsgarde besetzt sind.Der Präsident sagte weiter, je ehrlicher man mit der Bevölkerung spreche und sie in den Prozess der Entscheidungsfindung und Problemlösung einbezöge, desto größer sei die Chance, Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Wenn die Menschen mit Notlagen konfrontiert seien, müssten auch die Verantwortlichen an ihrer Seite stehen und sich um die Lösung der Probleme bemühen. Mehr ladenTickarooLive Blog Software