Doug Woodham, langjähriger Amerika-Präsident von Christie’s, hat eine spannende Biografie von Jean-Michel Basquiat vorgelegt. Woodham erklärt in dem sehr gut lesbaren, glänzend recherchierten Buch, wie die Werke eines im Alter von 27 Jahren gestorbenen Künstlers nach dessen Tod so teuer werden, dass nur noch Milliardäre sie sich leisten können. Sein erstes Bild verkaufte Basquiat für 200 Dollar, später gab es ein paar Tausender. Nach seinem Tod explodierten die Preise. Im Jahr 1982 erhielt er 4000 Dollar für sein Bild „Skull“. Das Bild wechselte im Jahr 2017 für 110 Millionen Dollar den Besitzer.
Basquiat: Leben im Exzess
Basquiat, 1960 geboren, Sohn eines haitianischen Vaters und einer puerto-ricanischen Mutter, pflasterte zunächst als SAMO intelligente Graffiti auf New Yorker Häuserwände. Er lernte das Malen nie. Er wolle berühmt werden, wie ihn die New York Times einmal zitierte. „Es war ihm auch wichtig, reich zu werden“, sagt Doug Woodham im Gespräch mit der Berliner Zeitung anlässlich der Präsentation seines Buchs in der amerikanischen Botschaft in Berlin. Der Künstler sollte jedoch nicht mehr erleben, wie er zur Ikone wurde.
Trotz seines schnellen Erfolgs kämpfte Basquiat mit seiner Drogenabhängigkeit, lebte exzessiv in jeder Hinsicht. Er starb 1988 im Alter von 27 Jahren in New York an einer Überdosis Heroin. Ob seine Werke auch so erfolgreich wären, wenn Basquiat heute noch am Leben wäre und als biederer Kunstlehrer in Vermont seinen Garten pflegte? Woodham lacht: „Wohl nicht! Seine ungewöhnliche Lebensgeschichte und sein früher Tod haben eine große Rolle in der Rezeption des Künstlers als Mensch gespielt.“






