PfadnavigationHomeRegionalesHamburgStatistikReich sagt Ja, die Stadt sagt Nein – so gespalten ist Hamburg beim Olympia‑VotumStand: 14:42 UhrLesedauer: 3 MinutenMeike Johannsen, Vorständin des Statistikamtes Nord, und Landeswahlleiter Oliver Rudolf bei der Vorstellung zu Details des Hamburger Olympia-ReferendumsQuelle: Georg Wendt/dpaHamburg lehnt Olympia ab – doch die Statistik zeigt tiefe Gräben: In wohlhabenden Vierteln fand die Bewerbung Zustimmung, in ärmeren nicht. Auch zwischen urbanen Quartieren und Randlagen, Alt und Jung verlaufen klare Bruchlinien.Hamburg hat beim Referendum Nein zu Olympia gesagt – aber nicht überall gleich deutlich. Am Sonntag haben 54,9 Prozent der abstimmenden Hamburger gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um Olympische und Paralympische Spiele gestimmt. Damit ist die Hansestadt raus aus dem Rennen um die deutsche Bewerbung um Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044. Eine am Montag nach der Abstimmung vorgestellte Auswertung des Statistikamts Nord zeigt, wie stark sich dieses Votum der Hamburger nach Einkommen, Wohnlage und Alter unterschieden hat. Damit wird sichtbar, dass sich hinter dem klaren Ergebnis eine merklich gespaltene Stadt verbirgt.Lesen Sie auchDie detaillierten Zahlen zeigen: Das Nein ist kein gleichmäßiges Stadtvotum. Besonders deutlich wird das beim Einkommen. In Stadtteilen mit überdurchschnittlich hoher Kaufkraft fand die Bewerbung sogar eine Mehrheit: „Dort haben 55,6 Prozent mit Ja gestimmt“, sagte Maike Johannsen vom Statistikamt Nord. In der Hafencity und im Elbvorort Nienstedten lag die Zustimmung jeweils bei über 60 Prozent. In Vierteln mit niedrigeren Einkommen lag die Zustimmung dagegen nur bei 40,5 Prozent. Auf der Veddel etwa stimmten nur 22,3 Prozent der Menschen, die ihre Stimme abgaben, für eine Olympiabewerbung der Stadt.Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch zwischen dichter Stadt und weniger verdichteten Randlagen. In dicht bebauten, urbanen Quartieren war die Skepsis besonders groß: Dort lag der Ja‑Anteil nur bei 41,5 Prozent. In weniger dicht besiedelten Stadtteilen stimmten dagegen 48,3 Prozent für die Bewerbung. „Je urbaner, desto kritischer war offensichtlich die Meinung zu Olympia“, fasste Johannsen den Befund zusammen.Auch die Art der Beteiligung fällt auf. Die Abstimmungsbeteiligung lag insgesamt bei 49,6 Prozent – und blieb damit knapp unter der Marke von 50 Prozent. Ältere Hamburger beteiligten sich überdurchschnittlich häufig, während Jüngere deutlich seltener abstimmten. Die Gruppe mit der höchsten Wahlbeteiligung waren die 60 bis 69 Jahre alten Hamburger. Aus dieser Gruppe beteiligten sich 58,5 Prozent an der Abstimmung. Die Gruppe mit der geringsten Beteiligung waren die 18 bis 24-Jährigen von denen nur 34,9 Prozent mitstimmten. Auch die 16- bis 18-Jährigen nahmen mit 40,2 Prozent deutlich unterdurchschnittlich an der Abstimmung teil.Lesen Sie auchDie Statistik kann diese Unterschiede sichtbar machen – ihre Ursachen aber nicht erklären. Johannsen betonte bei der Vorstellung der Zahlen, dass sie „die wesentlichen Ergebnisse“ abbildeten, nicht aber die Motive hinter den Entscheidungen. Warum sich letztlich eine Mehrheit gegen Olympia entschied, bleibt damit offen. Nachbefragungen, wie es sie nach Wahlen durch Meinungsforschungsinstitute gibt, hat es beim Hamburger Olympiareferendum nicht gegeben. Die Auswertung liefert jedoch eine klare Grundlage für die Einordnung: Sie zeigt, wo die Zustimmung lag – und wo die Bewerbung besonders deutlich scheiterte.Redakteurin Julia Witte genannt Vedder arbeitet in der Hamburg-Redaktion von WELT und WELT AM SONNTAG. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Hamburger Politik.
Statistik: Reich sagt Ja, die Stadt sagt Nein – so gespalten ist Hamburg beim Olympia‑Votum - WELT
Hamburg lehnt Olympia ab – doch die Statistik zeigt tiefe Gräben: In wohlhabenden Vierteln fand die Bewerbung Zustimmung, in ärmeren nicht. Auch zwischen urbanen Quartieren und Randlagen, Alt und Jung verlaufen klare Bruchlinien.












