Wie verändert sich die Wasserhülle von Proteinen, wenn ihre Umgebung saurer wird? Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben diesen Prozess erstmals auf der Ebene einzelner Wassermoleküle sichtbar gemacht und damit eine seit Jahrzehnten offene Frage der Biochemie beantwortet.

Einem Team der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist es erstmals gelungen, den Verlust der Wasserhülle von Proteinen bei zunehmender Ansäuerung direkt zu beobachten. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).

Proteine sind von einer Hülle aus Wassermolekülen umgeben, die wiederum ihre Form und Funktion mitbestimmt. Über das genaue Zusammenspiel von Proteinen, den Wassermolekülen und ihrer Umgebung war bisher allerdings noch nicht viel bekannt. 1974 hatten die Wissenschaftler Irwin Kuntz und Walter Kauzmann zwar theoretisch vorhergesagt, dass ein sinkender pH-Wert die Wasserhülle von Proteinen verändert. Ein direkter Nachweis fehlte bislang, wie der Biochemiker Panagiotis Kastritis von der MLU mitteilte.

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