Die skeptischen Äußerungen von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) zur geplanten Bafög-Reform haben für heftige Kritik bei Studierenden gesorgt. Das sei eine »Frechheit gegenüber drei Millionen Studierenden in Deutschland und noch mehr gegenüber Studieninteressierten«, teilte der Studierendenverband Freier Zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs) am Montag in Berlin mit. Er kündigte für Montagmittag eine Kundgebung vor dem Konrad-Adenauer-Haus an.
Die Ministerin hatte am Sonntag in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe deutlich gemacht, dass sie nicht mehr mit einer baldigen Reform der Ausbildungsförderung rechne. Gleichzeitig beschrieb sie die Situation für Studierende in Deutschland angesichts fehlender Studiengebühren als sehr privilegiert. Es sei »kein Drama«, wenn Studierende neben dem Studium jobbten. »Es gibt keine Studiengebühren, und der Staat ermöglicht vielen jungen Menschen überhaupt erst ein Studium«, sagte Bär.
Die fzs-Vorsitzende Katharina Rummenhöller erklärte, bereits jetzt hätten zwei Drittel der Studierenden einen Nebenjob, um ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise zu finanzieren. Gleichzeitig sei die Armutsquote unter Studierenden so hoch wie in kaum einer anderen Gesellschaftsgruppe.Bär zeichne bewusst das Bild der privilegierten Studierenden, ergänzte fzs-Referentin Rahel Schüssler. »Hierbei verkennt sie, wofür das Bafög einst dienen sollte: einer Chancengerechtigkeit im Bildungssystem, damit eben nicht nur junge Menschen studieren können, die sich ein Studium ohne Weiteres leisten können.«












