Mit ihrem Nein zu Olympia zwingen die Ham­bur­ge­r*in­nen den Senat, sich um Zukunftsprojekte zu kümmern, für die es Mehrheiten gibt. Den Klimaschutz zum Beispiel.

V iele hatten einen spannenden Abend in Hamburg erwartet. Doch ganz im Gegenteil, das Olympia-Referendum wurde am Sonntagabend zu einer Start-Ziel-Klatsche für den rot-grünen Senat. Vom Beginn der Auszählung an lagen die Olympia-Gegner:innen klar in Front, lange vor dem Ende stand fest: Die Ham­bur­ge­r:in­nen wollen Olympia nicht. Also wirklich nicht. Wie sie es ja bereits vor elf Jahren kundgetan hatten. Nur noch deutlicher diesmal, mit satten 54,9 Prozent. Und das, wo in der Stadtregierung die Überzeugung vorgeherrscht hatte, dass auch eine knappe Zustimmung nicht gereicht hätte, um sich die deutsche Kandidatur für Spiele ab 2036 zu schnappen.

Noch eine klarere Sprache sprechen die kartografischen Darstellungen der Stimmverteilungen. Auf der Website des Statistikamts Nord sind alle sieben Hamburger Bezirke dunkelblau für „Nein“. Interessant wird es bei den Stadtteilen: Türkis für „Ja“ sind ausnahmslos wohlhabende und sehr wohlhabende Stadtteile an Elbe und Alster sowie die Walddörfer im äußersten Nordosten der Stadt. Die Olympia-Karte bietet ein perfektes Abziehbild der sozialen Statuslagen. Wo die Reichen wohnen: Ja. Wo der Rest wohnt: Nein.