PfadnavigationHomePolitikDeutschlandLohnlückeSPD wirft Union „Affront gegenüber Millionen Frauen“ vorStand: 08:14 UhrLesedauer: 2 MinutenCarmen Wegge (SPD)Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpaIm Streit um mehr Lohngerechtigkeit erhöht die SPD den Druck auf die Union: Sozialdemokraten dringen auf eine rasche Umsetzung der EU‑Vorgaben zur Entgelttransparenz und warnen, dass Verzögerungen Millionen Frauen weiter benachteiligen würden.SPD-Politikerinnen werfen der Union vor, die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz zu blockieren. „Entgelttransparenz ist kein bürokratisches Hindernis, sondern ein Instrument für Gerechtigkeit, faire Aufstiegschancen und gleiche Bezahlung in unserem Land“, sagte Carmen Wegge, Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Frauen, dem „Spiegel“. Die Blockade der Union sei „ein Affront gegenüber Millionen Frauen“.Wer die Richtlinie „als Bürokratiemonster diffamiert“, verschweige zudem, dass es längst konkrete Vorschläge für eine bürokratiearme Umsetzung gebe, sagte Wegge. „Wer jetzt weiter bremst, nimmt billigend in Kauf, dass Frauen in Deutschland weiter schlechter bezahlt werden, später weniger Rente bekommen und häufiger von Altersarmut betroffen sind.“Lesen Sie auchAuch Jasmina Hostert, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, forderte eine schnelle Umsetzung. „Der Gesetzentwurf muss jetzt endlich auf den Tisch, damit wir zügig in das parlamentarische Verfahren kommen“, sagte Hostert. „Es ist nicht gut, dass die Richtlinie nun nicht fristgerecht umgesetzt wird.“ Diese sei eine echte Chance, den Arbeitsmarkt gerechter zu machen und die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu minimieren.Um die Transparenz bei Gehältern von Frauen und Männern zu erhöhen, sollen in Deutschland im kommenden Jahr neue Regeln in Kraft treten. Die Bundesregierung will die entsprechende EU-Richtlinie bis Anfang 2027 in deutsches Recht umsetzen – das ist allerdings später als vorgesehen. Es seien noch weitere Abstimmungen notwendig, sodass die Frist zur Umsetzung Anfang Juni nicht eingehalten werden könne, hatte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums dazu jüngst mitgeteilt.Die EU-Richtlinie aus dem Jahr 2023 soll unter anderem dazu führen, dass die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern schrumpft. Gefordert wird etwa, Bewerberinnen und Bewerber frühzeitig über Einstiegsentgelte zu informieren, sowie ein Verbot, nach dem bisherigen Gehalt zu fragen. Beschäftigte sollen Auskunft über durchschnittliche Entgelthöhen für vergleichbare Tätigkeiten aufgeschlüsselt nach Geschlecht verlangen können. Größere Unternehmen sollen regelmäßig über die Verdienstlücke berichten.nw